Müllfrei für die Waldvögel

Waldjugendmitglieder engagieren sich mit ihren Familien

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Viel Freude am Naturschutz: Die Mitglieder der Steinheimer Waldjugend waren in den letzten Wochen in und um Steinheim unterwegs und haben Müll gesammelt, um den heimischen Vögeln einen sichereren Lebensraum zu gewähren.

© Foto: privat

Steinheim (ozm) - Dass wir Menschen der Natur nicht nur Gutes tun, ist vielen Kindern aus der Schule bekannt. Denjenigen, die sich in der Steinheimer Waldjugend engagieren, auch aus den gemeinsamen Gruppenstunden. Welches Ausmaß der Eingriff der Menschen in die Natur tatsächlich haben kann, konnten sie nun beim zweiten Aktionstag des Projekts „Rettet unsere Waldvögel!“ hautnah erfahren. „Nachdem wir unseren ersten Aktionstag noch alle gemeinsam im Wald durchführen konnten, haben wir uns dieses Mal für eine Variante entschieden, die auf Distanz funktioniert“, erläutern die Organisatoren der Steinheimer Ortsgruppe der Deutschen Waldjugend. Während beim letzten Mal herausgefunden wurde, welche Vögel im heimischen Wald leben, sollte nun aktiv ihr Lebensraum verbessert werden. Dafür konnte jedes Mitglied sich eine Tüte, Handschuhe und seine Familie schnappen und beim nächsten Spaziergang alles, was an Müll zu finden war, einsammeln. „Wir waren wirklich erschüttert, wie schnell unsere Tüte voll war, obwohl wir uns eigentlich noch gar nicht weit von zu Hause entfernt hatten“, erzählte etwa Hannes, der mit Mama Kirsten Volmer unterwegs war.
Guckt man sich einmal im Wald um, findet man überall Plastik, Papier und anderen Abfall, der den Vögeln, aber auch allen anderen Tieren, zu schaffen macht. Wer sich ein Vogelnest anschaut, entdeckt häufig kleine Schnüre oder Bonbonpapiere, die die Vögel als Baumaterial benutzt haben, weil sie es auf der Straße gefunden haben. Im Nest verbautes Plastik kann schlimme Folgen für die Jungtiere haben: Regenwasser, das normalerweise abfließt, kann sich leicht im Nest anstauen und die Vogeljungen erfrieren oder ertrinken. Auch die erwachsenen Vögel können sich in Schnüren und Plastiktüten verheddern. Ein achtlos weggeworfenes Taschentuch verbleibt bis zu fünf Jahre in der Natur, eine leere Coladose rund 500 Jahre und eine Glasflasche sogar bis zu 50.000 Jahre. „Darüber machen sich die Menschen oft leider keine Gedanken“, so Helmut Struck, Leiter der örtlichen Waldjugendgruppe. Manche Abfälle zersetzen sich in schädliche Stoffe, die das Ökosystem auf den Kopf stellen und ganze Nahrungsketten beeinträchtigen können. Dass das nicht gut sein kann, ist auch für die Jüngsten gut nachvollziehbar, sodass sich schnell viele engagierte Mitglieder der Waldjugend ganz selbstständig auf Müllsuche begaben. „Es hat mir riesig Spaß gemacht“, berichtete Nils Floren nach seiner Runde im Steinheimer Wald. Flaschen, Masken, Verpackungen und sogar Kleidungsstücke fanden sich nach getaner Arbeit in den Tüten der fleißigen Müllsammler.
Den Mitgliedern liegt eines besonders am Herzen: „Wir und auch die Waldvögel würden uns riesig freuen, wenn noch viel mehr Steinheimer auf ihren nächsten Spaziergängen einen kleinen Beutel dabei haben und aufheben, was ihnen vor die Nase kommt. Jedes Stück Müll weniger in der Natur hilft!“
Das Projekt „Rettet unsere Waldvögel!“ wird bundesweit von der Deutschen Waldjugend durchgeführt und gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Ziel ist es, Umweltbewusstsein und nachhaltiges Umweltverhalten der Gesellschaft sowie nachhaltige Biodiversität und Landschaftsqualität zu fördern. In der Steinheimer Ortsgruppe sollen, sobald die Gruppenstunden wieder anfangen, auch noch Nistkästen und Futterstellen gebaut und aufgestellt werden, um die heimische Vogelwelt zu unterstützen.

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