Theaterspektakel der KulturArena 2012

Theaterhaus Jena lässt Frankensteins Monster auferstehen

Jena (sho) - Über zwei Meter groß und abgrundtief hässlich - ein wahres Monster will das Theaterhaus Jena zum Sommerspektakel auf die Bühne bringen. Mary Shelleys „Frankenstein“ inszeniert das Ensemble zum Auftakt der KulturArena. Am 12. Juli 2012 ist Premiere, bis zum 15. Juli folgen drei weitere Aufführungen.

Bild anzeigen

v.r.n.l. Moritz Schönecker (Regisseur), Benjamin Schönecker (Bühne/Kostüm), Yves Wüthrich (Frankenstein-Darsteller) und Veronika Bleffert (Bühne/Kostüm) präsentieren die Kulisse des Theaterspektakels 2012.

© Foto: sho

Bis dahin wird der Theatervorplatz wieder völlig verwandelt, diesmal in einen verlassenen Jahrmarkt, der langsam allmählich zu neuem Leben erwacht. Ein Gewächshaus-Spiegelkabinett-Labor, Alpenpanorama und ein langer Steg, der ins Publikum reicht, bilden die Kulisse. Darin in Szene gesetzt wird die Bearbeitung der 1831 redigierten Urfassung von Shelleys berühmten Roman. Erst vor zwei Jahren erschien die Urfassung auf dem deutschsprachigen Buchmarkt.

„Wir konzertieren uns in der Bearbeitung auf die Geschichte zwischen Monster und Victor Frankenstein und legen den Fokus auf das Monster“, erläuterte Regisseur Moritz Schönecker zur Präsentation des Spektakels. Gezeigt werden soll, was geschieht, wenn eine von Menschenhand geschaffene Kreatur weder Liebe noch andere Arten von Anerkennung und Nähe erfährt. Ist sie selbst verantwortlich, für das was sie tut oder ist derjenige, der sie geschaffen hat, verantwortlich? „Eigentlich geht es darum“, sagte Schönecker weiter, „was alltäglich passiert, wenn wir in unseren Beziehungen, auch den internationalen, Monster erschaffen, die wir dann nicht mehr sehen wollen, weil sie uns hässlich erscheinen.“
Textbearbeitung und Dramaturgie liegen in den Händen von Katharina Raffalt und Jonas Zipf, für Bühne und Kostüm zeichnen verantwortlich Veronika Bleffert und Benjamin Schönecker, für die Musik Joachim Schönecker.

Frankenstein, so die Kurzfassung der Geschichte, entdeckt das Geheimnis des ewigen Lebens und erschafft künstliches Leben. Doch er stößt seine grässliche Schöpfung in die Einsamkeit - ein Monster wird geboren. „Frankensteins Kreatur ist nicht von vornherein böse, im Gegenteil, sie versucht zu helfen und erfährt dabei nur Ablehnung“, erzählte Schönecker. So schlägt und tötet sich die Kreatur durch die Welt, bis sie erneut auf ihren Schöpfer trifft. Der Forderung des Monsters, ihm eine Gefährtin zu schaffen, kommt Frankenstein nach. Diese jedoch wird, weil ebenso hässlich wie ihr männliches Pendant, von Frankenstein sofort getötet. Das Monster sinnt auf Rache. Am Ende jagen sich die Gegenspieler über „das ewige Eis“.

Neben Yves Wüthrich als Victor Frankenstein (die weiteren Besetzungen stehen noch nicht fest), agieren 30 bis 50 Statisten auf der Bühne. Das Theaterhaus wird wie alljährlich ein Statisten-Casting ausrichten.

 

Bewerten Sie diesen Artikel

5.0
5,0 (51 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile