Hildburghausen (wotan) - Am 07. Juni 2012 startete auf dem Hildburghäuser Marktplatz die zweite LANGE NACHT DER INDUSTRIE mit etwa 600 Teilnehmern.
Sieben Unternehmen und eine Bildungseinrichtung aus dem Landkreis Hildburghausen nahmen an der zweiten Auflage der LANGEN NACHT DER INDUSTRIE am 07. Juni 2012 teil: die Geräte- und Pumpenbau GmbH Dr. Eugen Schmidt, die Kern Technik GmbH & Co. KG, die Feintechnik GmbH Eisfeld, die MEG Mechanik GmbH Gießübel, die Maier GmbH & Co. KG Präzisionstechnik, die alupress GmbH, das HBZ Hildburghäuser Bildungszentrum e. V. und die Vosseler Umformtechnik GmbH.
Im Landkreis Hildburghausen kommen 11 Industriebetriebe auf 10.000 Einwohner, von denen 800 in der Industrie arbeiten. Am steuerbaren Umsatz ist die Industrie mit 35 Prozent beteiligt, das Gastgewerbe schafft lediglich zwei Prozent. 31 Prozent aller Arbeitsplätze im Landkreis sind Industriearbeitsplätze. Allerdings liegt die Exportquote noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Mit 5,4 Prozent Arbeitslosen unterbietet unser Landkreis den Bundesdurchschnitt um 1,3 Prozent.
Der Präsident der IHK Südthüringen Dr. Peter Traut hob in seiner Eröffnungsrede hervor, 2.400 Unternehmen würden im Thüringer Wald dazu beitragen, dass die Südthüringer Wirtschaft dem Osten davon laufe und einen Stand wie die Wachstumsregionen der alten Bundesländer erreicht hätte. Mit elf Betrieben auf 10.000 Einwohner liege der IHK-Bezirk bei der Betriebsdichte auf Platz vier in Deutschland.
Die Industrie sei die Hauptschlagader der Wirtschaft im Thüringer Wald nicht der Tourismus, wie allgemein in Deutschland vermutet werde. Die teilnehmenden Unternehmen öffneten zur Langen Nacht der Industrie ihre Tore, um exklusive Einblicke hinter ihre Kulissen zu gewähren und sich als innovativ und dynamisch zu präsentieren.
Dr. Traut dankte der Agentur prima events als Organisator der Veranstaltung, den Sponsoren und den Medienvertretern.
Landrat Thomas Müller unterstrich die Bedeutung der mittelständischen Industrie für unseren Landkreis. Die Mittelständler hätten mit Verstand und Herzblut die Krise bewältigt und seien der Garant für den Spitzenwert bei der Arbeitslosigkeit. Die Besucher würden mit Sicherheit eine Menge guter Eindrücke mitnehmen und sollten diese auch an ihr Umfeld weitergeben. Er wünsche der LANGEN NACHT DER INDUSTRIE einen erfolgreichen Verlauf und der Industrie des Landkreises weiterhin alles Gute.
Die Teilnehmer der Tour fünf fuhren mit dem Bus zur Maier Präzisionstechnik in die Hildburghäuser Dammstraße, wo sie vom Betriebsleiter Thomas Braun in Empfang genommen worden sind. Dann stellte er den Gästen das Unternehmen vor, wobei ein Videovortrag die Anschaulichkeit erhöhte.
Im Jahr 1980 gründete Anton Maier seine Automatendreherei als Einmannbetrieb im Schwarzwäldischen Seedorf und eröffnete 1997 in Hildburghausen eine Schwesterfirma. An beiden Standorten werden Teile für die Fluidtechnik, Hydraulikelemente produziert. Im Werk Hildburghausen verarbeiten die Beschäftigten täglich 30 Tonnen Stahl zu Verbindungselementen, die in Nutzfahrzeuge, Landmaschinentechnik, im Maschinenbau und in Sanitärtechnik eingebaut werden.
Neben modernen Maschinen laufen ebenfalls noch Aggregate des ehemaligen VEB ESKA. Produziert wird in drei Schichten. Der Betrieb bildet auch Azubis aus, vier im ersten, drei im zweiten und zwei im dritten Lehrjahr. Für alle besteht nach Lehrabschluss eine Übernahmegarantie. In naher Zukunft ist ein Erweiterungsbau vorgesehen.
Nach einem Imbiss wurde die Tour fortgesetzt und die Firma Alupress GmbH, An der Gießerei 2 in Hildburghausen angefahren. Werkleiter Oliver Melzer begrüßte die Besucher und stellte seine Führungscrew sowie das Unternehmen vor.
Als mittelständische Unternehmensgruppe mit Standorten in Brixen/Italien (Südtirol), Berlin, Laurens/USA und Hildburghausen genieße die alupress international einen hervorragenden Ruf und fertige Aluminiumdruckgussteile für die Automobilindustrie an. Vor der Betriebsbesichtigung verwies Herr Melzer auf den Unfallschutz, denn in der Gießerei werde flüssiges Aluminium verarbeitet, welches Temperaturen von etwa 700 Grad Celsius habe und auch die fertigen Gussteile könnten beim Berühren zu Verbrennungen führen. Während des Rundgangs stellten die Gäste fest, dass die hohen Temperaturen und der Lärmpegel der Gussautomaten keine einfachen Arbeitsbedingungen sind, die aber von den Beschäftigten gut gemeistert werden. Das Unternehmen bildet auch aus und sucht für 2012 noch Azubis als Gießereimechaniker, Werkzeugmechaniker und Mechatroniker. Weiterhin werden gesucht: Qualitätsplaner, Qualitätsprüfer, Mechatroniker/Elektroniker/Elektriker, Werkzeugmechaniker und Maschinenbediener in der Gießerei.
Alle Tour-Teilnehmer waren von „Know-how“ der beiden Unternehmen beeindruckt und werden in ihrem Umfeld davon berichten.
Noch keine Kommentare vorhanden