Staatssekretärin Kraege im Dialog mit den rheinland-pfälzischen Berufsförderungswerken

Fachkräftemangel und Anhebung der Lebensalterszeit – Berufliche Rehabilitation im Fokus

Birkenfeld (Elisabeth-Stiftung) - Inklusion von Erwachsenen mit Handicap - die schnelle und unbürokratische Zusammenarbeit aller Beteiligter zur Sicherstellung einer reibungslosen und zielgenauen Rehabilitation und damit einer echten Chance zur Teilhabe am Arbeitsleben für diese Menschen – das bewegte Sozialstaatssekretärin Jacqueline Kraege am 10. Mai 2012 im Gespräch mit den Geschäftsführern Dr. Wolfgang Schneider, Hans-Dieter Herter und Heinz Werner Meurer der drei rheinland-pfälzischen Berufsförderungswerke mit Sitzen in Birkenfeld, Mainz und Vallendar.

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Staatssekretärin Kraege im Dialog mit den rheinland-pfälzischen Berufsförderungswerken

© Elisabeth Stiftung

Der Wandel, den die Berufsförderungswerke in den letzten Jahren durchlebt haben, war gewaltig. Aufgrund massiver Veränderungen in der Gesellschaft und der Einführung des Arbeitslosengeldes II (SGB II) erlebten die Berufsförderungswerke in den Jahren 2004 – 2007 einen dramatischen Belegungseinbruch, der dazu führte, dass ein umfassender Prozess zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit angestoßen wurde. Dies geschah mit der Initiative RehaFutur des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) im Jahr 2007, in dem die berufliche Rehabilitation der Zukunft beschrieben wurde. Zur Umsetzung in die Praxis wurden im Rahmen des Projektes „Neues Reha-Modell“ Konzepte erarbeitet, die die Werthaftigkeit von Fachkompetenzen, Schlüsselkompetenzen und Gesundheitskompetenzen gleichrangig fördern unter Berücksichtigung der Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Rehabilitanden. Weitere Ziele waren die Ermöglichung von individuellen Reha-Maßnahmen und das Erreichen einer nachhaltigen Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer.

Dafür wurden die Reha-Prozesse in den Berufsförderungswerken umgestaltet und konsequent auf die individuellen Bedürfnisse der Rehabilitanden ausgerichtet.
Das Ergebnis dieses Gesamtprozesses ist ein neu definiertes BFW-Profil. Angepasst an den demografischen Wandel und die sich daraus ableitende Bedarfslage, ausgerichtet auf die Zielgruppe von Menschen mit Behinderung, mit einem starken Zuwachs an psychosomatischen Krankheitsbildern. Diese gewaltige Strukturumgestaltung, die Individualisierung der Leistungen in der beruflichen Rehabilitation, die steigenden Preise bei Energie und Lebensmitteln führen aktuell dazu, dass die Preispolitik nun ebenfalls leistungsgerecht zurechtgerückt werden muss. Die Auswirkungen der reduzierten Zuweisungen in die berufliche Rehabilitation durch die Deckelung des Reha-Budgets sind aktuell noch nicht abschätzbar.
Die Berufsförderungswerke haben sich bewegt, den Anforderungen und dem Wandel der Zeit angepasst, zukunftsorientierte Konzepte liegen vor. Nun geht es darum, einen gemeinsamen Weg mit allen Leistungsträgern und der Politik zu finden, den Leidensweg dieser Menschen von Anbeginn der Erkrankung bis zur Integration in den 1. Arbeitsmarkt zu verbessern und unterstützend zu begleiten. „Zugänge schaffen und Zugänge verkürzen, die Systemproblematik könnte im Rahmen einer Versorgungsstudie aufgearbeitet werden“, so die Geschäftsführer. Kraege sieht in diesem Zusammenhang aber auch die Kommunen im Vordergrund. „An die Kommunen müssen wir einen Appell richten. An einer schnellen Abwicklung sollten alle interessiert sein“, so Kraege.

Im Anschluss verschaffte sich Sozialstaatssekretärin Kraege bei einem Rundgang mit Rehabilitanden und Ausbildern aus erster Hand einen Überblick über Ziele, Arbeitsweisen und Erfolge der Berufsförderungswerke. Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Notwendigkeit der Arbeit der Berufsförderungswerke stand dabei im Fokus. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt aufgrund des steigenden Fachkräftebedarfs sind für die Absolventen der Berufsförderungswerke groß, da sich die Einrichtungen hochflexibel durch die permanente Anpassung der Angebote aufgrund des sich wandelnden Arbeitsmarktes zeigen.

Durch den Fokus der Integration beginnen die Berufsförderungswerke deshalb mit der Integration in Arbeit direkt am 1. Tag der beruflichen Rehabilitation; durch Profiling- und Monitoring-Instrumente im Rahmen eines sogenannten Absolventenmanagements. Sogar bis zu 6 Monate nach Maßnahmeende werden hier die Absolventen noch bei der Suche nach einem Arbeitsplatz unterstützt. Im Schnitt finden ca. 80% der Abgänger der rheinland-pfälzischen Berufsförderungswerke innerhalb eines Jahres eine Stelle und werden somit auch wieder zu Steuer- und Beitragszahlern. Diese Zahlen sprechen für die Arbeit der Berufsförderungswerke.

Aber auch die höhere Lebensarbeitszeit durch die Anhebung des Rentenalters muss Berücksichtigung finden, denn der Bedarf an beruflicher Rehabilitation zum Erhalt und zur Wiederherstellung von Arbeitsfähigkeit wird damit steigen.
Staatssekretärin Kraege betonte am Ende Ihres Besuches noch einmal in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Transparenzschaffung von Kosten und Folgekosten in unserer Volkswirtschaft. Sie versprach, die Besuchsreihe auch in den anderen beiden Einrichtungen in Birkenfeld und Mainz fortzusetzen und im Dialog mit den drei Geschäftsführern der rheinland-pfälzischen Berufsförderungswerke das Thema weiter voran zu treiben, gemeinsam mit allen Leistungsträgern.

Für den Inhalt des Textes ist der oben angegebene Bürgerreporter verantwortlich.

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