Erfurt (dp) – Tausende Neonazis wollen im Februar in Dresden aufmarschieren und so auf ihre Art und Weise an den Jahrestag der Bombardierung der Stadt im Jahr 1945 erinnern.
Dagegen protestierten am Mittwoch, 18. Januar, Landtagsabgeordnete der Linken, Grünen, der SPD sowie Vertreter von Gewerkschaften und der Initiative gegen Rechts. Vor dem Landtag hängten sie Plakate mit der Aufschrift „Dresden Nazifrei!“ auf. In den vergangenen zwei Jahren gelang es, die Nazi-Großveranstaltung durch friedliche Sitzblockaden zu verhindern. Das soll auch in diesem Jahr so sein. „Gegen Nazis muss man alles mobilisieren“, sagte ver.di-Bezirksleiter Thomas Voß. „Durch Sitzen und Stehen wollen wir den Aufmarsch verhindern.“ Einer, der schon jetzt weiß, was ihn die Teilnahme an der Anti-Nazi-Kundgebung kosten wird, ist Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow.
„Ich werde als Rädelsführer betrachtet und man hat mir 20 Tagessätze á 170 Euro angedroht. Das sind 3400 Euro. Aber das ist mir egal und die Sache ist es mir wert. Die Neonazis haben ja nun ihr wahres Gesicht gezeigt. Deshalb ist der Protest in Dresden so wichtig, weil wir nun auch wissen, wozu sie fähig sind.“ Auch Wirtschaftsminister Matthias Machnig war unter denen, die protestierten. Auch er wird im Februar nach Dresden fahren. „Hier geht es um Zivilcourage. Die Menschen müssen zeigen, dass sie die Nazis nicht dulden.“ Die Initiativen von Parteien und Gewerkschaften gehen weiter. Ähnliche Aktionen werden in den nächsten Tagen auch in Gera, Jena und Weimar stattfinden. Alle haben ein Ziel: Dass sich so viele Menschen wie möglich der braunen Meute in den Weg stellen.
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