Suhl (sg) - Die heiße Phase um den begehrten Stuhl des Oberbürgermeister ist in vollem Gange. Am 22. April wird gewählt. Klar ist, dass alle drei die gleichen Probleme zu lösen haben, das heißt alle drei Kandidaten haben den gleichen „Spielplatz“, es liegt an den Bürgerinnen und Bürgern, wer ihn führen darf.
Die Plakate verkünden vielerorts „Suhl kann es besser“ oder „Dicke da für Suhl“ oder „Wir bringen Leben in die Stadt“. Alle drei beschäftigen die Themen Stadtentwicklung und -umbau, die Haushaltslage und altersgerechtes sowie barrierefreies Wohnen. Das Suhl kleiner wird, dürfte vielen klar sein. Der demografische Wandel, der in ganz Deutschland zu spüren ist, ist auch ein Problem in Suhl. Zwar sind die Geburtenraten für das vergangene Jahr in Suhl höher als die Prognosen sagten, dennoch kann man seine Augen nicht vor der Wahrheit verschließen, so sieht es Dr. Jens Triebel. Doch das älter werden in Suhl, sollte als etwas Schönes empfunden werden, sagt Amtsinhaber Dr. Jens Triebel. Er ist für barrierefreies Wohnen, ebenso Sanierung und Umbau damit dieses Wohnen umgesetzt werden kann. Aber auch die Dienstleistungen, wie Pflege, ärztliche Versorgung und eine lebenswerte Umwelt liegen ihm am Herzen. Nachhaltigkeit ist ein großes Thema für Dr. Jens Triebel. Er plädiert dafür, dass man Ressourcen nicht unendlich ausschöpfen kann, sondern man neue Wege gehen muss, auch zum Wohle der Kinder, denen wir schließlich irgendwann diese Welt hinterlassen. Das Thema Stadtentwicklung ist nicht nur für ihn, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger wichtig. Schließlich wurde Suhl einst für 60.000 Menschen konzipiert. Heute sind es weniger als 40.000 Einwohner. Amtsinhaber Dr. Jens Triebel möchte sich deshalb auf die zentrumsnahen Stadtorte besinnen und die Infrastruktur dem anpassen.
Er hat etwas geschafft, was man erst einmal in sechs Jahren schaffen sollte. 40 Millionen Euro Schulden konnte er in seiner Amtszeit tilgen. Eine große Summe. Er möchte den nächsten Generationen nicht Schulden aufbürden, die man abarbeiten könnte. Verantwortungsvolle Politik ist sein Ziel. „Die Sorgen von Heute sollten wir nicht in die nächsten Generationen hineintragen!“, sagte er auf einer Gesprächsrunde im Hotel „Thüringen“. Suhl sollte eine lebenswerte Stadt sein und auch bleiben. Aber auch Wohnungsabbriss gehört dazu, denn leerstehende Blocks verursachen Kosten, die nicht gedeckt werden können. Es ist vielleicht eine bittere Entscheidung, aber eine die getroffen werden musste, so sieht es Dr. Jens Triebel. Die Wirtschaft der Stadt ist ein weiteres Kriterium von ihm. Das Erschließen der Gewerbegebiete (im letzten Jahr Gewerbegebiet Sehmar II) schafft genug Raum zur Ansiedelung neuer Firmen. Einige Interessenbekundungen gingen bereits bei der Stadt ein. Durch die hervorragende Lage zur Autobahn ist es ein standortgünstiges Terrain, welches erschlossen wurde. Das Gute bei Dr. Jens Triebel, bei ihm kann man bereits Resümee ziehen. Sechs Jahre sind eine bewegte Zeit, die viele Veränderungen und Verbesserungen mit sich gebracht haben.
Die „Bevölkerungsentwicklung“ in der Stadt Suhl, wie OB- Kandidat der CDU Marcus Kalkhake den demografischen Verlauf nennt, umtreibt ihn sehr. Er kritisiert das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, dem er auch damals nicht zugestimmt hat. Die Frage die sich ihm ergibt, wie wird das alles finanziert? Wenn Einwohner abwandern, gibt es auch dementsprechend weniger Schlüsselzuweisungen. Und somit hat die Stadt laut Prognosen in der Zukunft weniger Geld zur Verfügung. Marcus Kalkhake stellt sich die Frage, wie man die Prognosen aufhalten kann, was man also tun kann um dem entgegen zu wirken. Ein Defizit ist seiner Meinung nach der Wohnungsmarkt. Schließlich möchte er allen Zuwanderern eine Wohnung zur Verfügung stellen, damit die Abwanderungszahlen sinken und die Neuzuzüge steigen. Auch das Älter werden, so sieht es der CDU OB- Kandidat, kann man an der Wohnungsmarktsituation fest machen. Seiner Meinung nach wird der Wohnungsmarkt, wie er jetzt vorzufinden ist, den individuellen Lebens- und Wohnansprüchen (Familien mit Kindern, barrierefreies Wohnen, WGs u.v.m) nicht gerecht.
Der dritte Kandidat kommt von den LINKEN, sein Name ist Holger Auerswald. Er möchte eine komplexere Betrachtungsweise auf die Probleme der Stadt lenken. Schließlich sind die Ursachen ebenso zu beleuchten, wie die Auswirkungen, meinte Holger Auerswald auf einer Podiumsdiskussion im Hotel „Thüringen. Er vertritt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, da sich hier die Betrachtungsweisen und Ideensammlungen zusammen finden. Holger Auerswald steht für ein gerechteres Finanzierungssystem und stellte die Frage „Wo kommt denn unser Geld her?“ Mehr Gewerbe und mehr Arbeitsplätze könnten seiner Meinung nach die Gelder bringen, die heute fehlen. Sollten all die Projekte umgesetzt werden, von barrierefreiem Wohnen, betreutem Wohnen und Demenzkliniken werden mehr Frauen beschäftigt werden, die aber auch eine gute Bezahlung dafür bekommen sollten. Wie das momentan aussieht, ist kein Geheimnis. Auch mehr direkte Demografie ist ein Thema dem er sich angenommen hat. Ein großes Netz von Ideen, das ist seine Vision. Schließlich haben die Bürgerinnen und Bürger viele Ideen, die zur Verbesserung und Verschönerung beitragen. Er geht nicht davon aus, dass der Stadtrat allwissend ist, sondern sieht es als Ort, an dem die Ideen gebündelt werden und man etwas daraus machen sollte.
In vielen Diskussionen und Gesprächsrunden wurden die drei Kandidaten bereits auf Herz und Niere geprüft. Viele Wählerinnen und Wähler haben sich beteiligt und eifrig Fragen gestellt und sich so ein Bild über die drei Kandidaten gemacht. Am Sonntag, den 22. April sind die Wahllokale von 08.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Und die Bürgerinnen und Bürger wurden aufgerufen wählen zu gehen. Alternativ kann von der Briefwahl Gebrauch gemach werden. Beispielsweise wenn kein behindertengerechter Eingang zur Verfügung steht, oder man im Urlaub verweilt. Egal wie, wählen sollte man, wer es nicht tut, sollte sich dann aber bitte über den Ausgang nicht beklagen.
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