Suhl (pm/sg) - Seinen letzten Arbeitstag hat heute der Suhler Feuerwehrchef. Nach über 40 Dienstjahren geht Manfred Heß am Donnerstag, den 31. Mai 2012 in den Ruhestand.
Quasi in die Wiege gelegt hat der Leiter der Feuerwehr Suhl, Manfred Heß, das „Feuerwehr-Gen“ bekommen. Auch sein Vater war bereits Feuerwehrmann. Angefangen hatte Heß seinerzeit in einer Freiwilligen Feuerwehr und machte später sein Hobby zum Beruf. Seit 1997 stand er als oberster Brandschützer an der Spitze der Feuerwehr Suhl. Viele Höhen und Tiefen hat er über die Jahre in der Feuerwehr erlebt. Während seiner Zeit als Leiter der Feuerwehr stieß er viele Veränderungen an und musste teils auch unpopuläre Entscheidungen treffen. In Zeiten von angespannten Kommunalhaushalten war dies oft keine leichte Aufgabe. Die Konzentration der Freiwilligen Feuerwehren in der Kernstadt und Stärkung der Ortsteilfeuerwehren sind nur einige der wesentlichen Eckpunkte seines Wirkens als Leiter. Als die wohl größte Herausforderung kann der Aufbau und die Organisation der Tunnelfeuerwehr genannt werden. Schließlich wurde mit der Tunnelkette „Thüringer Wald“ ein in Deutschland bis heute einmaliges Projekt geschaffen. Erfahrungswerte mit der Gefahrenabwehr in diesen Bauwerken sind rar. Eine hauptamtliche Tunnelfeuerwehr gibt es deutschlandweit bis heute nur in Suhl.
Mit seinem konsequenten und unablässigen Wirken führte er die Feuerwehr Suhl in die Zukunft. Der Sicherheit unserer Einwohner und Gäste der Stadt galt dabei immer sein größtes Interesse. Auch eine Vielzahl von Großbränden und schweren Unglücksfällen hat Manfred Heß im Laufe seiner Feuerwehrkarriere erlebt. Bei unzähligen Einsätzen hatte er für den geordneten Ablauf den “Hut“, oder besser den „Helm“, auf. Einige davon haben sich auf Immer in die Erinnerung eingebrannt. Zum Beispiel die Hausexplosion im Suhler Stadtteil Lautenberg oder den Brand der ehemaligen Ausstellungshallen, bei dem 2007 fast der komplette eingelagerte Weihnachtsmarkt verbrannte. Auch an die zahlreichen schweren Verkehrsunfälle Anfang der `90er-Jahre wird er wohl immer einmal wieder denken müssen. Auf eines kann Heß jedoch mit viel Stolz immer zurückdenken: Keiner seiner Feuerwehrleute wurde während der Einsätze schwer verletzt oder gar getötet. Auch in der heutigen Zeit, mit hochmoderner Ausrüstung, nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Heß kann auf eine gut aufgestellte und für die Zukunft gerüstete Feuerwehr blicken. Das „Strahlrohr“ kann er also beruhigt an seinen Nachfolger Carsten Wiegmann weitergeben. Die haupt- und ehrenamtlichen Angehörigen der Feuerwehr Suhl danken ihrem Kameraden Manfred Heß für sein Wirken und Wünschen ihm einen erfüllten und erholsamen Ruhestand fernab von Brandrauch, Blaulicht und Sirenengeheul.
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