Fachkräftemisere in Thüringen ist hausgemacht

Thüringen (Fraktion DIE LINKE THL) - „Der drohende Fachkräftemangel in Thüringen scheint hausgemacht zu sein", stellt die Arbeitsmarktpolitikerin der Fraktion DIE LINKE im Landtag, Ina Leukefeld, mit Blick auf ihre beantwortete Kleine Anfrage zur Thematik Fachkräfte in Thüringen fest.

 Aus der Antwort der Landesregierung geht hervor, dass im November 2010 bei den Thüringer Agenturen für Arbeit und bei den Trägern der Grundsicherung insgesamt 948 Ingenieure arbeitslos gemeldet waren, demgegenüber jedoch lediglich 380 offene Stellen für Ingenieure zur Disposition standen.

Der Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit, welcher sich speziell mit dem Arbeitsmarkt für Ingenieure befasst, bestätige die Auffassung, dass die Arbeitslosigkeit der unter 35-jährigen Ingenieure überproportional angestiegen ist.

Die Gründe hierfür sind hinlänglich bekannt: „Beschäftigung der jungen Ingenieurinnen und Ingenieure erfolgt in Thüringen vor allem in weniger gefestigten Arbeitsverhältnissen, in Leiharbeitsfirmen oder mit befristeten Arbeitsverträgen. Hinzu kommt, dass das Lohnniveau von Ingenieurinnen und Ingenieuren in Thüringen nach wie vor weit unter dem Bundesdurchschnitt liegt“, stellt die Arbeitsmarktexpertin fest und gibt zu bedenken, dass „wir uns dann natürlich nicht wundern müssen, wenn täglich über 20 junge, gut ausgebildete Menschen den Freistaat Richtung alte Bundesländer verlassen.“

Im Zeitraum von 2005 bis 2009 haben nach Angaben der Landesregierung 7952 Absolventen der Thüringer Hochschulen und Universitäten ihr Studium erfolgreich abgeschlossen. „Hiermit ist eine solide Basis an Fachkräften und Führungspersönlichkeiten von morgen vorhanden, mit der nun sorgfältig und zukunftsorientiert umgegangen werden muss,“ mahnt Frau Leukefeld an und weist erneut darauf hin, dass die Landespolitik in Verantwortung steht, um attraktive Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass sich Arbeit und Leben in Thüringen einschließlich der Aus- und Weiterbildung lohnen.

Deshalb unterstreicht die Arbeitsmarktexpertin zum wiederholten Male: „Dazu gehören unbedingt der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn, berufliche Perspektiven für Frau und Mann, familienfreundliche Lebens-, Arbeits- und Wohnbedingungen, umfassende Kultur-, Freizeit- und Bildungsangebote sowie ausgewogene Fördermöglichkeiten für Existenzgründer und junge Unternehmen. Wenn diese Faktoren stimmen, dann brauchen wir uns über die Deckung des zukünftigen Fachkräftebedarfs in Thüringen keine Sorgen mehr machen“, so Ina Leukefeld abschließend.

Fraktion DIE LINKE THL - Jürgen-Fuchs-Straße 1, 99096 Erfurt
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