Stadtmuseum Gera beleuchtet mit Stadtgeschichte auch vier Jahrzehnte DDR
Das 775. Jubiläum der Ersterwähnung als Stadt bestimmt in diesem Jahr das Angebot der Ausstellungen im Stadtmuseum Gera. Dabei reicht das Spektrum von den Kelten und Germanen bis zur DDR-Zeit. Gemeinsam mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie sowie der Archäologischen Staatssammlung München präsentiert das Museum vom 8. Mai bis 10. Juni die Jahrhunderte um die Zeitenwende. Im Mittelpunkt stehen dabei die mittel- und südthüringischen Gebiete sowie das mainfränkische Territorium. Bereits vor 2.500 Jahren kam es zu intensiven Kontakten zwischen den Kelten des Südens und den Germanen des Nordens. Nach der Eroberung Galliens durch die Römer richtete sich nun ihr Blick stärker auf die von Germanen besiedelten Regionen. Die Ausstellung zeigt neben zahlreichen Objekten zur Lebensweise auch römische Militaria als Hinweis auf die Auseinandersetzungen jener Zeit, die ihren Höhe- und Wendepunkt mit der Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. fanden. Nach neuesten Forschungen sind auch Thüringen und Mainfranken in die Ereignisse verwickelt gewesen.
„Alltägliches und Skurriles“ zeigt das Stadtmuseum vom 30. Juni bis 03. Oktober Fotografien von Hans-Joachim Hirsch. Die Aufnahmen des Geraer Fotografen entstanden während der vergangenen 40 Jahre. Sie vermitteln ein sowohl subtiles als auch komplexes Bild von Gera – geprägt von den vielschichtigen Seiten der Urbanität und regen damit zum Nachdenken an.
Anlässlich der Ersterwähnung Geras als Stadt vor 775 Jahren vereint eine Exposition vom 25. Oktober 2012 bis 30. März 2013 Geraer Stadtansichten aus fünf Jahrhunderten. Dabei handelt es sich um Gemälde und Grafiken aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, darunter die älteste erhaltene Stadtansicht aus dem Jahr 1537 und großformatige Gemälde des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Sie lassen anschaulich und informativ die Entwicklung Geras von einem mittelalterlichen Städtchen mit etwa 1.500 Einwohnern zur Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern nachvollziehen. Präsentiert werden über einhundert Objekte von der Renaissance bis zur Gegenwart, darunter auch bisher noch nicht gezeigte Neuerwerbungen der vergangenen Jahre.
„Kuscheltiere und Spiele – Spielzeug aus vier Jahrzehnten DDR“ sind von November 2012 bis Januar 2013 zu sehen. Sie stammen aus der Sammlung der Greizer Ramona und Andreas Reißmann. Andreas Reißmann – ein leidenschaftlicher Sammler – begann schon im Jahre 1975 mit 13 Jahren, sein eigenes technisches Spielzeug zu sammeln. Die zur Weihnachtszeit geplante Ausstellung vermittelt mit etwa 40 Objekten einen Querschnitt durch die Spielzeug-Produktion in der DDR. Gezeigt werden neben Kuscheltieren und Puppen, auch Eisenbahnen, Autos und Spiele. Das älteste Exponat ist ein Kartenspiel aus dem Jahre 1946, das ein Vater während der Gefangenschaft für sein Kind angefertigt hat. Das jüngste Exponat - eine „Eisenbahn für Haus und Garten“ aus dem ehemaligen VEB Prefo Dresden wurde auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1988 präsentiert und war ab Oktober 1989 im Handel erhältlich.
Zeitraum:
Di, 08.05.2012 - So, 10.06.2012
Ort:
Stadtmuseum Gera