Suhl (pm/sg) - Steigende Ausbildungsstellenangebote und rückläufige Zahlen jugendlicher Bewerber lassen schnell vermuten, dass jeder seine passende Ausbildungsstelle erhält.
„Leider kommt es in etwa jedem vierten Fall zu einer vorzeitigen Lösung des Ausbildungsvertrages ohne Ausbildungsabschluss“, informiert Eckhard Lochner, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Suhl. Die Hintergründe sind vielfältig, „ein besseres Angebot, falsche Erwartungen von Jugendlichen und Arbeitgebern, Probleme und Konflikte während der Ausbildung sowie viele weitere Möglichkeiten“, weiß Lochner. Das Resultat ist jedoch oft: Enttäuschung bis Frustration bei den Beteiligten, eine wieder unbesetzte Ausbildungsstelle und meist auch ein Jugendlicher, der eine gewisse Zeit überbrücken muss, bevor er erneut eine Ausbildung oder eine Arbeit aufnehmen kann.
Unter der Projektleitung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Halle (IAB) unterstützt die Agentur für Arbeit Suhl gemeinsam mit der Handwerkskammer Südthüringen das Forschungsprojekt. Weitere Akteure aus Sachsen-Anhalt sind die Agentur für Arbeit, die Handwerkskammer und die Industrie- und Handelskammer Halle. Ziel ist es, durch eine Analyse und Befragung die aktuelle Situation zu erfassen und die Problemkonstellationen zu fixieren. Dazu kommen Expertengespräche mit Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben, Kammern und Vertretern der Arbeitsagenturen, um die Erfahrungen der Unternehmen und Vermittlungsbereiche abzufragen. „Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir weitere Ansätze zur Stabilisierung abbruchgefährdet erscheinender Ausbildungsverhältnisse insbesondere im ersten Abschnitt der Ausbildung entwickeln“, betont Lochner, „mit den Ergebnissen, die uns voraussichtlich ab Herbst 2012 vorliegen werden, erhalten wir auch die Möglichkeit, die Berufsorientierung weiter zu verbessern“. Ziel ist Verminderung des Abbruchrisikos, wovon Jugendliche und Unternehmen profitieren.
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