Science-Fiction-Show „Think!“ im Burghoftheater von Kapellendorf

Da fällt Blob! vom Himmel

Kapellendorf (HWK/haw) - Gibt es irgendwo im All noch einen Planeten wie unsere Erde? Aliens, spektakuläre Paralleluniversen... Hat sich der Liebe Gott einen Spaß erlaubt und noch so eine Truppe geschaffen, wie sie auf der Erde rumläuft. Oder besser? Oder schlechter? Die Wege des Herrn sind unerforschlich. Die von E.T. aber auch. Hollywood hat es in Hunderten von Filmen längst und oft durchgespielt: Die Begegnung mit den Außerirdischen. Meist wollten die irgendetwas von der Erde. Mal Gutes, mal Böses… Das Thema ist trotzdem weiterhin aktuell

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Hier passiert alles unter freiem Himmel! Die Außerirdischen laden demnächst in der Wasserburg Kapelledorf. Das ist die Grundidee für eine Begegnung der besonderen Art.  Galaktisch abgefahren kommt das Sommerspektakel „Think!“ daher. Mit dabei: der Kabarettist Arnd Vogel. Aufgeführt wird die Science-Fiction-Show wieder von der Kurz&Klein Kunstbühne Jena. 

© Foto: haw

Wir denken uns mal, es gibt wirklich noch irgendwelche Außerirdischen da draußen  Weit hinter der Milchstraße, dort  irgendwo. Und sie kommen direkt hierher zu uns. Mal nicht zu den Amis oder auf den Südpol, sondern ins Weimarer Land. (Angeblich soll hier ja einiges für den Tourismus passieren. Das könnte sich rumgesprochen haben.)

 

Nächster Halt - Kapellendorf

Wie dem auch sein: Das ist die Grundidee für eine Begegnung der besonderen Art.  Galaktisch abgefahren kommt das Sommerspektakel „Think!“ daher. Im Innenhof der Wasserburg Kapellendorf werden die Außerirdischen landen…

Aufgeführt wird die neue Science-Fiction-Show wieder von der Kurz&Klein Kunstbühne Jena.  Bereits im elften Jahr zieht es die Künstler während der Sommermonate aufs Land. Die Open-Air-Aufführungen inmitten der 800-jährigen Burganlage sind schon Kult. Auch wenn das aktuelle Stück im Jahr 2012 spielt, dreht sich alles um Science-Fiction (Si-Fi).  Si-Fi könnte man Übersetzen mit „Wissenschaftliche Fantastik“. Handlungsorte sind alle Zeiten (Gestern, Heute, Zukunft).

 

Zur „Think“-Story

Wesen einer Parallelerde haben Erdlinge in unserer Dimension aufgespürt und versuchen nun, Kontakt aufzunehmen. Niemand kann dort mit Sicherheit sagen, auf welcher Stufe der Evolution sich die Erdbewohner gerade befinden. Bevor sie aber mal persönlich hingucken  wollen, starten sie einen Test…

Dreh- und Angelpunkt für die kabarettistische Science-Fiction-Story ist die erfüllte Bitte „Lass Hirn vom Himmel fallen“. (Vielleicht kenn Sie ja den Film mit Steve McQueen „The Blob – Angriff aus dem All“ von 1958:) Um eine undefinierbare außerirdische Masse ranken sich dann drei mögliche Geschichten. Da heißt es dann: Alles auf Anfang und lass dich nicht wegbeamen…   

 

Biss mit Zwinkern?

Theaterchefin Gabriele Reinecker verspricht in ihrer unterhaltsamen Inszenierung wieder jede Menge augenzwinkernden Biss. Die unterschiedlichen Reaktionen auf den imaginären „Testballon“ der Parallelerde spießen heutige Zustände auf. Als Außerirdische zu erleben sind der bekannte Vollblutkabarettist Arnd Vogel und Gabi Reinecker. Beide schlüpfen gleich noch in mehrere Rollen wie in einen Müllmann, die Frau vom Amt und eine Reporterin.  (Das spart einen Haufen Personal!)

Wieder dabei ist der in Weimar aufgewachsene Schauspieler Silvio Hildebrandt. Hier verkörpert der in den 1990er Jahren am Jenaer Theaterhaus engagierte Mime einen Physiker. Dass dieses Stück mit dem 40. Starte-Tag des Raumschiffes „Enterprise“ zusammenfällt, sei rein zufällig, betont Gabriele Reinecker. Sie habe schon viele Stoffe auf ihre Weise kabarettistisch bearbeitet, da sei jetzt mal etwas fantastisch-utopisches an der Reihe.

„Faust IV’ wollte ich aber nicht schreiben“, sagt die Kabarettistin. „Die naturwissenschaftliche Grundlage hat mich gereizt. Raum, Zeit, Materie und Energie verfügen über Verhaltensmuster, die  weit über unser Vorstellungsvermögen hinausgehen. Das Denken ist heute wichtiger denn je.“ Deshalb habe sie diese Grundidee zum Thema genommen und THINK! erkoren.

 

Bei fast jedem Wetter

Was soll denn das? Die Außerirdischen kommen – und keiner geht hin? Weil es regnet? Na, wa sollen die von uns denken? Wer also gute Verbindung „nach oben“ hat, sollte die Gute-Wetter-Bitte täglich in sein Abendgebet einspeisen.  Es kann nicht schaden. Ob es hilft, ist eine ganz andere Frage.

Das Publikum wird an diesem Theaterstück vor reizvoller Kulisse seine Freue haben. Gewiss werden auch Nicht-Science-Fiction-Fans auf ihre Kosten kommen. Aufgeführt wird die Science-Fiction-Show 21 Mal, jeweils Donnerstag bis Sonnabend ab 20.30 Uhr.

Premiere ist am 13. Juli nach einer Voraufführung am 12. Juli. Das Stück läuft über sieben Wochen bis 25. August 2012 im Innenhof der Wasserburg Kapellendorf, im Städtedreieck Jena-Weimar-Apolda nahe der B 7 bei Frankendorf.

Besonders schön ist die Atmosphäre an lauen Sommerabenden. Decken und Jacken lassen einen Besuch auch dann unvergesslich werden, wenn das Wetter mal nicht mitspielt. Karten an der Abendkasse. Kinder bis 14 Jahre: 50 Cent pro Lebensjahr.

Kartentelefon (0 36 41) 22 14 90,  www.kurz-und-kleinkunst.de 

 

„Erhalt und Identität“

Etwas griffiger: Am 8. Juli eröffnet vor Ort die neue Sonderausstellung „Erhalt und Identität. Der Umgang mit dem Bauwerk Wasserburg Kapellendorf“. Die Exposition bildet den Abschluss einer Ausstellungstrilogie. Mit ihr ist gleichzeitig die museale Überarbeitung des Museums in der Kemenate abgeschlossen.

Der Verfall der Burg in den 1920er Jahren war ein Tiefpunkt für die mittelalterliche Anlage. Über einen Verkauf kam die Burg an die Stadt Erfurt. Dort formierte sich 1930 um den Historiker und Vorsitzenden des Vereins für Geschichte und Altertumskunde von Erfurt, Prof. Dr. Johannes Biereye, die Burggemeinde - die erste Rettungsmaßnahme in der Geschichte der Burg. Fortan bemühten sich die Mitglieder der Burggemeinde um Erhalt der Anlage.

 

Fremd-Nutzung

Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte die Burg das Bürgermeisteramt und zweitweise den Kindergarten des Ortes. Die Arbeit der Burggemeinde setzte man im „Arbeitskreis Wasserburg Kapellendorf“ bis in die 1980er Jahre fort. Das ehrenamtliche Engagement spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Mit Instandsetzung der Burg und mit Einrichtung des Museums im Jahr 1950 war der Weg für eine vielfältige Nutzung der Burg geebnet.

Veranstaltungen, insbesondere die Feste und Kammermusikkonzerte fanden überregionale Resonanz. - Die Ausstellung wird erste Souvenirs der Burggeschichte zeigen, historische Aufnahmen vor und nach den ersten Instandsetzungen sowie den Lotterieschein, mit dem 1933 Geld für die Sanierung der Anlage gesammelt wurde.

 

Wie geht’s weiter?

Im zweiten Teil der Exposition geht es um den künftigen Erhalt. Die Eigentümerin der Anlage, die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, hat mit einem Sanierungskonzept und einer ersten Bauplanung den Weg für künftige Instandsetzungen geebnet. Die Pläne dafür werden erstmalig in der Sonderausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Zudem wird ein Imagefilm zur Burg zu sehen sein, der extra für die Ausstellung gedreht worden ist und die Burg mit ihrer Geschichte und Schönheit beleuchtet, zugleich aber auch über die Defizite und künftige Zielsetzungen berichtet.

Die Eröffnung findet am Sonntag, den 8. Juli um 15 Uhr im Rittersaal der Kemenate der Wasserburg statt. Die Ausstellung wird bis 30. Juni 2013 zu sehen sein.

 Die 2010 und 2011 eröffneten Ausstellungen „Mythos und Wirklichkeit“ und „Belagerungen und Rückzugsgefechte“ sind weiterhin bis Juni 2013 zu sehen.

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