Tietelsen (MR) – Christoph Hartmann staunte nicht schlecht als er in seinen Heimatort Tietelsen zurückkehrte. „Da hingen überall Luftballons im Ort, ich dachte es hat jemand Geburtstag“, äußerte sich der 23-jährige Maschinenbaustudent. Dabei hingen die Luftballons zu seinen Ehren im ganzen Ort verteilt.
Tietelsen empfing gebührend seinen Doppelweltmeister im Einradfahren.
Zusammen mit seiner Mutter hatte er am frühen Morgen die Heimreise aus dem italienischen Brixen angetreten. Zehn Tage dauerten die Weltmeisterschaften im Einradfahren an. Über 2.000 Sportler aus der ganzen Welt hatten sich in knapp 20 unterschiedlichen Disziplinen gemessen, er selbst nahm an acht Disziplinen teil. Christoph Hartmann hatte seine ersten Titelkämpfe erfolgreich hinter sich gebracht. Im Kofferraum seines Kleinwagens waren die Sportgeräte verstaut. Als sie am Abend den elterlichen Hof erreichten, warteten dort bereits Freunde, Verwandte und Bekannte anwesend um den Doppelweltmeister zu empfangen. Mit einer Zeit von 28:48 siegte Hartmann über die zehn Kilometer Distanz und holte sich seinen ersten Welttitel, um wenige Tage späten den zweiten Titel über die 100-km-Strecke hinzuzufügen. Mit einer Zeit von 3:39:30 verwies er die Konkurrenz auf die Plätze. Umgerechnet entspricht dies einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 27 km pro Stunde. Nur 0,8 Sekunden fehlten zum dritten Titel über die Marathondistanz. Hier wurde Hartmann, der eine Zeit von 1:35:50 erreichte, nur knapp geschlagen. Dennoch herrschte pure Freude über die drei gewonnenen Medaillen beim 23-jährigen vor. Trainiert für diese Titelkämpfe habe er „wenn es gerade mit dem Studium passte, aber in etwa jeden zweiten Tag“. Angesprochen auf seine Ziele für die Zukunft antwortete er: „In zwei Jahren sind die nächsten Titelkämpfe in Kanada (Montreal). Wenn es mit dem Studium zu vereinbaren ist, dann wäre eine Teilnahme schon toll.“
Unterstützung erfuhr Hartmann im Vorfeld der Weltmeisterschaft auch seitens Beverungen Marketing, die ihm geholfen hatten Sponsoren für die kostspielige Teilnahme zu finden. Wie sich herausstellte, hat der junge Nachwuchssportler sich diese Unterstützung redlich verdient. Als „Lohn“ für seine errungenen Titel durfte sich Hartmann in das goldene Buch der Stadt Beverungen eintragen. Eine Ehre, die in der Regel nur hochrangigen Politikern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu Teil wird. Ein wenig Nervosität war ihm dabei dann doch anzumerken, denn er benötigte für seine Unterschrift einen zweiten Anlauf.
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