(Auto-Reporter.NET/sr) - Endlich ist es so weit: Die Open-Air-Saison beginnt. Ein Muss für jeden Cabrio-Fahrer ist es, das gute Stück blitzblank in die Saison zu schicken. Besondere Sorgfalt bei der Fahrzeugpflege gilt dem klassischen Stoffverdeck, auf das eingefleischte Cabriofahrer schwören. Aber machen sie’s auch richtig? – Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) gibt Tipps, worauf Offenfahrer achten sollten.
Hochdruckreiniger tabu!
So robust die Außenhaut der Cabrioverdecke auch ist, sie Sonne und Regen in der Regel ebenso verträgt wie Hitze und Kälte, warnen die GTÜ-Experten: Finger weg von Hochdrucklanzen am Autowaschplatz! Dabei sei es unerheblich, ob das Verdeck aus Kunststoffen wie PVC, Acryl, Polyacrlynitril (Dralon) oder aus Baumwollmischgewebe gefertigt ist. Bei unsachgemäßer Anwendung könnten Hochdruckreiniger das weiche Dach aus geringer Entfernung regelrecht zerfetzen und die Imprägnierung von Textildächern schlagartig zerstören.
Schonende Trocken- und Nasskur
Bei nur verstaubtem Verdeckstoff reicht eine Trockenreinigung mit weicher Bürste und Staubsauger aus. Zur Schonung des Stoffes darf bei der Handwäsche das Verdeck ruhig einmal ausgespart werden. Lässt sich eine Feuchtreinigung nicht vermeiden, reibt man das Dach von vorn nach hinten mit klarem Wasser mithilfe eines weichen Schwamms vorsichtig ab. Autoshampoo beziehungsweise verdünntes Spülmittel helfen bei stärkeren Verschmutzungen. Gezielt wirken speziell aufs Cabrio abgestimmte Verdeckreiniger aus dem Fachhandel. Aber selbst sanfte Reinigungsmittel waschen die Imprägnierung von Stoffdächern allmählich aus. Verdeckimprägniersprays frischen diesen Schutz wieder auf, beugen dem Vollsaugen der Textilien vor und sorgen so für schnelleres Trocknen.
Ab durch die Waschanlage!
Die Verdecke moderner Cabrios darf man selbstverständlich auch durch Waschanlagen fahren; Zweiflern wird ein Blick in die Bedienungsanleitung empfohlen. Mit zunehmendem Alter sind jedoch oftmals die Dachdichtungen dem Wasserdruck und dem Trocknungsgebläse nicht mehr gewachsen. Aber Wachanlage ist nicht gleich Waschanlage. Größere Waschstraßen bieten häufig Cabrioprogramme mit entsprechender Steuerung der Bürsten an. Hier empfehlen die GTÜ-Spezialisten Waschanlagen mit Textillappen oder Moosgummi. Von der klassischen Bürstenwäsche in älteren Wachanlagen wird bei Verdecken mit Kunststoffheckscheiben abgeraten, weil die Bürsten das Material leicht verkratzen und es auf Dauer „blind“ machen.
Ätzender Vogeldreck
Für Cabrio-Besitzer besonders ärgerlich sind Parkplätze unter Bäumen. Baumharz, aber mehr noch säurehaltiger Vogelkot und Ausscheidungen von Insekten setzen dem Verdeck stark zu und sollten möglichst umgehend mit einem feuchten Tuch abgewischt werden; Kernseife mit viel Wasser kann die Reinigungswirkung verstärken. Für hartnäckige Flecken und starke Verschmutzungen empfiehlt die GTÜ Spezialmittel aus dem Fach- oder Zubehörhandel, die in unterschiedlicher Zusammensetzung für Kunststoff- und Stoffverdecke angeboten werden. Besonders geachtet werden sollte dabei auf die vorgegebenen Einwirkzeiten, um unerwünschte Verfärbungen zu vermeiden. Ebenso sind scharfe Reiniger schnellstmöglich von Polycarbonatscheiben abzuwischen. Von haushaltsüblichen Fleckentfernern und Reinigungsmitteln raten die Experten bei der Pflege des Cabriodachs unter allen Umständen ab.
Nach der Wäsche bleibt’s Cabrio zu
Nach jeder Wäsche sollte das Cabrio zunächst mal geschlossen bleiben, bis das Verdeck wieder trocken ist. Gleiches gilt für den Start am frühen Morgen, wenn noch Tau das Dach benetzt. Wird das Verdeck feucht oder stark verschmutzt gefaltet, besteht die Gefahr von Stockflecken, Druck- und Scheuerstellen.
Gummis geschmeidig halten
Während die Verdeckmechanik moderner Cabrios praktisch wartungsfrei ist, erfordern die Gummidichtungen des Dachs regelmäßige Aufmerksamkeit. Um sie geschmeidig zu halten, wird empfohlen, sie vorsichtig mit einem feuchten Lappen zu reinigen und mit Pflegemitteln auf Silikonbasis einzureiben. Die Gummis danken es mit sauberem Sitz und dauerhafter Dichtigkeit.
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