Weimar (haw / TSK) - Für knapp vier Stunden wurde Weimar am Nachmittag des vergangenen Mittwoch hochrangiger Besuchsort. Die Thüringen-Visite von Großherzog Henri von Luxemburg und Großherzogin Maria Teresa sei eine Anerkennung der Aufbauleistung der Thüringerinnen und Thüringer in den vergangenen zwei Jahrzehnten, betonte Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht: „Wir sind mit großen Schritten vorangekommen, wir stehen an der Spitze der neuen Länder – das wird auch über die Grenzen Deutschlands hinaus immer mehr honoriert. Hier hat Zukunft Tradition.“ Die Ministerpräsidentin warb für den „Freistaat Thüringen als kulturelles und technisches Aushängeschild der Bundesrepublik“.
In der Klassikerstadt Weimar stand eine Kutschfahrt durch die Innenstadt vorbei am Deutschen Nationaltheater auf dem Programm.
© Foto: TSKNach der Eintragung ins Goldene Buch, einer Kutschfahrt durch die Weimarer Innenstadt und einem Besuch des Stammhauses der Herzogin Anna Amalia Bibliothek stand eine Lesung mit den Luxemburger Autoren Guy Helminger, Anise Koltz und Jean Krier auf dem Programm.
Großherzog Henri von Luxemburg zollte den Thüringern Respekt für die wirtschaftliche Aufbauleistung und sah darin einen ausgeprägten Freiheits- und Friedenswillen. Er wünscht sich intensivere wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zwischen Luxemburg und Thüringen.
Wenngleich es sich bei der Reise von Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa nicht um ihren ersten Besuch in Deutschland handelt, sie hatten der Bundesrepublik bereits kurz nach dem Thronwechsel im Jahr 2000 einen Antrittsbesuch abgestattet, so endet hiermit doch die erste Staatsvisite eines luxemburgischen Staatsoberhaupts seit der Reise von Großherzog Jean nach Deutschland im Jahr 1977.
Zahlen & Fakten
Am 31. Dezember 2011 waren unter den 11 441 EU-Bürgern, die in Thüringen lebten, nur 16 Luxemburger und Luxemburgerinnen.
Im Jahr 2011 besuchten 2 719 Gäste aus Luxemburg Thüringen: Das waren 17 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Sie blieben mit durchschnittlich 1,9 Tagen aber etwas länger als ihr Großherzogpaar.
Die Thüringer Einfuhren aus Luxemburg beliefen sich nach vorläufigen Ergebnissen im vergangenen Jahr auf rund 105 Millionen Euro, die Ausfuhren nach Luxemburg auf 57 Millionen Euro. Gemessen an den gesamten Ein- und Ausfuhren Thüringens aus bzw. nach Europa waren es anteilsmäßig 1,7 bzw. 0,6 Prozent. Thüringen lieferte vor allem Erzeugnisse aus Kunststoff und bezog hauptsächlich Papier und Pappe sowie Waren aus Kunststoff.
Mit einer Fläche von 2 586 Quadratkilometern ist Luxemburg einer der kleinsten Flächenstaaten der Erde und (nach Malta) das zweitkleinste Mitglied der Europäischen Union. Das Land war im März 1957 Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Die EWG wurde 1993 angesichts ihrer mittlerweile erweiterten Aufgabenstellung in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt. Die Hauptstadt Luxemburgs ist Verwaltungssitz der Europäischen Union und vieler anderer europäischer Einrichtungen.
Das Statistische Amt der Europäischen Union - Eurostat - ist ebenfalls in Luxemburg ansässig.
Thüringen verfügt mit 16 172 Quadratkilometern über rund fünfmal mehr Fläche als Luxemburg.
Luxemburg hatte am 1. Januar 2011 über eine halbe Million Einwohner (511.840), Thüringen 2,24 Millionen Einwohner.
In Luxemburg kommen rund 194 Einwohner auf einen Quadratkilometer, in Thüringen 138 Einwohner.
Letzeburgisch, die Nationalsprache, ist mit dem Deutschen verwandt. Deutsch ist für die meisten Luxemburger die erste Fremdsprache und wird auch in den Medien gesprochen. Französisch ist die Sprache der Verwaltung.
Bezahlt wird mit dem Euro. Die Lebenshaltung war im März 2012 nach einer Mitteilung von Eurostat in Luxemburg mit einer Inflationsrate1) von 2,9 Prozent etwas höher als in Deutschland mit 2,3 Prozent.
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