Hildburghausen (wotan) - Vom 29. April bis 10. Juni 2012 ist im Stadtmuseum Hildburghausen eine Sonderausstellung zur Geschichte des Gymnasiums Georgianum zu sehen.
Die Ausstellung zeigt den Verlauf der 200-jährigen Geschichte des Georgianums, die am 30. April 1812 in der Stadtkirche Hildburghausen mit der offiziellen Gründung ihren Anfang nahm. In Anwesenheit der herzöglichen Familien von Hildburghausen und Meiningen, der gesamten Regierung und Beamtenschaft hielt Regierungspräsident von Baumbach die Eröffnungsrede. Der erste Direktor, Dr. Sickler sowie die Lehrkräfte Professor Witter und Sigleur legten ihre Konzepte der zukünftigen Lehrtätigkeit dar. Das Gymnasium zog für 65 Jahre in den Nordflügel der Bürgerschule neben der Stadtkirche ein.
Am 04. September 1877 wurde nach einjähriger Bauzeit das neue Gymnasium eingeweiht und erhielt zu Ehren des Bauherrn Herzog Georg II. den Namen "Georgianum".
Im Jahr 1907 ist die Schule umgebaut, die Direktorwohnung aufgelöst und zum Teil in ein Physikkabinett umgestaltet worden. Mit Beginn des ersten Weltkrieges wurde ein Viertel der Lehrkräfte zum Heeresdienst einberufen. 26 Schüler und ein Lehrer fielen im Krieg. Im Jahr 1918 besuchte mit Ruth Sonntag aus Trostadt des erste Mädchen das Gymnasium.
Während der Zeit des Nationalsozialismus trugen die Schüler Uniformen der Hitlerjugend und des Jungvolkes, es fanden feierliche Flaggenappelle zu den Feiertagen statt und fast alle Lehrer waren Mitglied der NSDAP. Im Mai 1933 verließ der letzte jüdische Schüler das Gymnasium. Ab 1941 konnten Gymnasiasten die Schule verlassen, um den Dienst in der Wehrmacht anzutreten. 1944 gab es nur eine mündliche Reifeprüfung und im März 1945 kam der Schulbetrieb endgültig zum Erliegen.
Erst am 08. Oktober 1945 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. Am 22. Februar 1949 erhielt die Oberschule den Namen "Geschwister Scholl" und wurde 1959 in "Erweiterte Oberschule" (EOS) umbenannt.
Im Dezember 1989 erfolgte die Auflösung der Betriebsparteiorganisation der EOS und am 24. Oktober 1992 erhielt das Gymnasium seinen alten Namen "Georgianum" zurück. Am 20. Februar 1997 wurde der Erweiterungsbau übergeben, im März 1998 die Sanierung des Hauses 1 abgeschlossen und im November 1998 die neue Turnhalle übergeben.
Die Ausstellung "Von Paukern und Pennälern" ist dienstags bis sonntags in der Zeit von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.
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