In Günthersleben-Wechmar ist der Wahlkampf besonders spannend. Nach über 10 Jahren SPD Führung geht CDU Kandidat Gerd Müller mit sehr guten Chancen in das Rennen um das Bürgermeisteramt. Unsere Redaktion hat mit ihm gesprochen.
Hallo Herr Müller, bitte stellen Sie sich unseren Lesern einmal kurz vor!
Ich bin 1956 in Sachsen geboren. Ich bin verheiratet und Vater von 2 Kindern. Seit 1978 lebe ich in Günthersleben. Meine Schulbildung habe ich 1975 mit dem Abitur abgeschlossen. Nach meiner dreijährigen Wehrdienstzeit habe ich an der TU Dresden ein Studium in der Fachrichtung Maschinenbau aufgenommen. Berufsbegleitend als Hauptabteilungsleiter Materialwirtschaft bei Fahrzeugachsen Gotha schloss ich 1986 ein Technologiestudium an der Ingenieurschule Schmalkalden ab. Bereits in den achtziger Jahren habe ich mich für die Entwicklung der Gemeinde Günthersleben engagiert. Ich habe materiell solche Projekte wie den Bau des Sportzentrums und des Straßenbaus unterstützt. Seit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der Jahre nach 1989 arbeite ich, über verschiedene Firmen kommend, in einem mittelständigen Betonfertigteilwerk. Bis zum heutigen Tag leite ich dieses Unternehmen als Geschäftsführer. Meine kommunalpolitischen Erfahrungen habe ich in den neunziger Jahren in der Gemeinde Günthersleben als Gemeindevertretervorstand des ersten freigewählten Gemeinderates gesammelt. Projekte wie das Gewerbegebiet „Oberried“, das Wohngebiet „Siebengehege“, der Schulneubau und der Weg zur Einheitsgemeinde Günthersleben-Wechmar tragen nicht nur meine Unterschrift, sondern auch meine Handschrift. Nach Bildung der Einheitsgemeinde Günthersleben-Wechmar habe ich die Entwicklung als Ortsbürgermeister des Ortsteiles Günthersleben, zusammen mit einem Ortsbeirat, aktiv begleitet. Als aktives Vereinsmitglied des Feuerwehrvereins Günthersleben sind mir auch vereinsspezifische Probleme und deren Lösungsmöglichkeiten nicht unbekannt. Für 5 Jahre habe ich den Feuerwehrverein Günthersleben als Vereinsvorsitzender geführt.
Suchen Sie einfach einen neuen Job? Oder was verbinden Sie mit dem Bürgermeisteramt?
Für mich ist die Aufgabe, Bürgermeister der Gemeinde Günthersleben-Wechmar zu sein kein Job, sondern Berufung. Die Entwicklung in den 90 er Jahren hat gezeigt, dass mit Reden keine Ergebnisse erzielt werden, sondern mit „Kümmern“. Ich sehe mich als „Kümmerer“ für diese Gemeinde. Die Menschen in unserer Region verdienen es, dass der Bürgermeister die Aufgabe der Daseinsvorsorge, der Kernaufgabe einer Kommune, ernst nimmt. Die Thüringer SPD versucht die Einwohnerzahlen für die Selbstständigkeit der Kommunen zu erhöhen. Ihre Partei will kleine überschaubare Strukturen. Wie stehen Sie persönlich dazu? Mit dem Jahr 2014 wird das Prinzip der freiwilligen Zusammenschlüsse von Kommunen beendet sein und sich die Einwohnerzahl für die Garantie der Selbständigkeit auf 5000 Einwohner erhöhen. Ich halte nach wie vor kleine und überschaubare Strukturen, gerade im ländlichen Raum, für sinnvoll. Politik muss dort gemacht werden und wirken, wo die Menschen zu Hause sind. Deshalb wird es für mich im Falle der Wahl zum Bürgermeister eine der Hauptaufgaben sein, diese Selbständigkeit sicher zu stellen. Das dies nicht ohne das Umland gelingen wird liegt auf der Hand. Aber für die dazu notwendigen Schritte bedarf es der Zuverlässigkeit, der Offenheit, der Akzeptanz der Menschen und eine Gesprächsbereitschaft auf Augenhöhe. Einen Antrag auf den Zusammenschluss mit Gotha schließe ich aus. Mit mir bleibt die Kirche im Dorf!
Günthersleben-Wechmar hat in der Vergangenheit viel von seinem starken Gewerbegebiet profitiert. Welche Rolle spielt Wirtschaftspolitik für sie?
Sowohl das Gewerbegebiet als auch die vielen Gewerbetreibenden und Kleinunternehmer in unserer Gemeinde tragen dazu bei, dass Arbeitsplätze und eine gute Infrastruktur das Leben in der Gemeinde Gü.-We. auch lebenswert machen. Der Arbeitsplatz am Wohnort spart Kosten. Die Politik dieser Gemeinde muss eines, und das sollte jedem klar sein, sie muss Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort schaffen , sie muss unterstützend bei Investition wirken und erkennen, wenn es Abwanderungsgedanken aus unserer Region gibt um diesen entgegenzuwirken. Der ständige, kontinuierliche Kontakt zu unseren Unternehmen ist für mich selbstverständlich. Auch wenn die Kommunen in finanziell schwieriger Lage sind, ist es für mich keine Option, dass sich die Gemeinde Gü.We. in vermeintlich gewinnbringende Geschäftsfelder begibt und unternehmerisches Risiko auf Kosten der Steuerzahler auf sich nimmt.
Als Bürgermeister sind sie Chef der Gemeindeverwaltung. Worin sehen Sie Ihre Verpflichtung?
Grundsätzlich ist die Daseinsvorsorge für die Menschen in unserer Gemeinde das Maß aller Dinge. Es werden sich viele Bürgerinnen und Bürger an meinen Neujahrsgruß erinnern, der auch dazu aufgefordert hat, sich aktiv an der Gestaltung unserer Gemeinde zu beteiligen. Das war keine Floskel um die Rückseite der Karte zu gestalten. Nein, diese Aufforderung hat dazu geführt, dass sich viele Menschen darüber Gedanken gemacht und auf diese Karte geantwortet haben. Diese Gedanken, Anregungen und Ideen waren ein Spiegelbild dafür, dass es in der Gemeinde Gü.-We. in den letzten Jahren nicht mehr um die wesentlichen Dinge der Entwicklung, des Erhaltes von Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit ging. Vergeblich suchen Sie eine Ortssatzung, die Pflichten und Rechte sowohl der Gemeindeverwaltung als auch der Bürgerinnen und Bürger dokumentieren. Die Gemeindeverwaltung ist das Gesicht der Gemeinde im Innenverhältnis zu unseren Einwohnern. Für mich ist sie deshalb ein Dienstleistungsunternehmen, das mit Steuermitteln des Bundes, des Landes und unserer Unternehmen und deren Mitarbeitern ausgerüstet ist und im Rahmen der ihr übertragenen Aufgaben den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet ist. Ich kenne das Personal unserer Verwaltung als kompetent und engagiert, wir werden ein gutes Team bilden!
Vielen Dank Herr Müller!
Noch keine Kommentare vorhanden