Fundierte Qualifizierung ist wichtig

Ein Jahr Pflegekinderwesen in freier Trägerschaft

Unstrut-Hainich-Kreis (m-s/mdk) - Im Mai 2011 übernahm der Arbeiter-Samariter-Bund Kreisverband Unstrut-Hainich e.V. einzelne Aufgabenschwerpunkte des Pflegekinderdienstes vom Fachdienst Familie und Jugend des Unstrut-Hainich-Kreises.

Dazu zählt die Gewinnung neuer Pflegeeltern, die Vorbereitung von Bewerbern auf die Aufnahme von Pflegekindern sowie die intensive Beratung und Qualifizierung von bereits tätigen und zukünftigen Pflegeeltern. Des Weiteren bietet der ASB einen zuverlässigen Anlaufpunkt für hilfesuchende Pflegeeltern und interessierte Bürger an. In einer Präsentation stellte der ASB seine geleistete Arbeit des letzten Jahres vor. Als Gäste begrüßte die verantwortliche Diplom Sozialpädagogin B. Michel-Schürmann Landrat Harald Zanker, Walter Pilger als Fachdienstleiter Familie und Jugend, die verantwortlichen Mitarbeiterinnen des Jugendamtes, Frau Haupt als Geschäftsführerin des ASB Kreisverband Unstrut-Hainich sowie Frau Anhalt als Leiterin des Familienzentrums am Forstberg. Frau Michel-Schürmann benannte als einen wichtigen Punkt ihrer Arbeit die Gewinnung neuer Pflegeltern im Unstrut-Hainich-Kreis. Durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit hat bei vielen Bürgern des Landkreises das Pflegekinderwesen deutlich an Interesse gewonnen. Die Informationsgespräche zu einer Pflegschaft stiegen zahlenmäßig und neue Pflegeeltern konnten Kinder in ihren Familien aufnehmen. Dennoch gilt es, durch eine kontinuierliche Arbeit weitere Pflegeeltern zu gewinnen. Des Weiteren sieht der ASB es als eine seiner wichtigsten Aufgabe an, Pflegeelternbewerber zu schulen, um sie auf kommende Herausforderungen mit einem Pflegekind vorzubereiten. Kinder, die in Pflege genommen werden, sind keine „einfachen“ Kinder. Sie haben in der Regel Beziehungsabbrüche und nicht selten traumatische Erfahrungen zu verarbeiten. Pflegeeltern benötigen keine pädagogische Ausbildung, jedoch eine fundierte Qualifizierung. Die Qualifizierung wurde von November 2011 bis Mai 2012 in sieben Einzelmodulen angeboten und vermittelte Hintergrundwissen und Kenntnisse, die den zukünftigen Pflegeeltern den Zugang zu den Kindern erleichtern und fremde Verhaltensweisen verständlich machen kann. Es geht um den respektvollen Umgang mit Grenzen und Familienregeln, sowie Achtung gegenüber der Herkunftsfamilie. Der ASB organisierte Im letzten Jahr regelmäßige Elternstammtische und Supervisionen in Mühlhausen und Bad Langensalza. Der weitere Ausbau des bereits bestandenen Netzwerkes hilft den Pflegeeltern bei der Bewältigung ihres Alltages. Sie unterstützen sich gegenseitig und nutzen die vielfältigen Kontakte, die ihnen der ASB anbietet. Nach Einschätzung von Frau Michel-Schürmann hat der überwiegende Teil der bereits tätigen Pflegeeltern die Veränderungen im Pflegekinderwesen positiv aufgenommen und es herrscht gegenüber dem freien Träger eine fachliche Akzeptanz. Frau Michel-Schürmann betonte in ihrer Präsentation, dass ihr die Arbeit mit den Pflegefamilien große Freude bereitet und sie sich auch weiterhin bemüht, eine gute Begleiterin in jeder Lebenssituation zu sein. Die tägliche Arbeit der Pflegeeltern verlangt Achtung und Anerkennung und von allen Beteiligten Mitarbeit und Unterstützung. Ein Ziel ist es, die Bürger für diese schwierige Arbeit zu sensibilisieren und Verständnis im Umgang mit den Pflegefamilien zu erlangen. "Im Namen aller beteiligten Personen und Einrichtungen danken wir den Pflegefamilien des Unstrut-Hainich-Kreises für ihre bisherige Arbeit und hoffen weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit", sagte Frau Michel-Schürmann abschließend.

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