Mahnendes Gedenken an Holocaust-Opfer

Erinnerungskultur gegen rechte Gewalt

Arnstadt/Ilmenau (ke)  - „Wir haben eine Erinnerungskultur. Und das muss auch so sein, denn die Zeitzeugen werden immer weniger", so der Direktor des Arnstädter Marienstiftes Pfarrer Andreas Müller in seiner Ansprache vor dem Rufer auf dem alten Arnstädter Friedhof.

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Landrat Benno Kaufhold, Arnstadts Bürgermeister Hans-Christian Köllmen und Pfarrer Andreas Müller (v.l.n.r.) bei der Kranzniederlegung auf dem alten Arnstädter Friedhof.

© Foto: Kerstin Engelmann

Trotzdem sei ihm seltsam zumute, wenn er an die aktuelle Welle rechter Gewalt in unserem Land denke: „Wir tun, was richtig ist und trotzdem geschieht Unbegreifliches.“ Er schäme sich für zynische Begriffe wie „Dönermorde“. Es sei einfach, an die Opfer aus der NS-Zeit und auch an die aktuellen Opfer rechter Gewalttaten zu erinnern. „Schwieriger ist es jedoch, die Opfer zu ehren, in dem man versucht, um sie zu trauern“, sagte Müller. Außerdem mache es ihm Angst, dass Demokratie in Deutschland oft zum Schimpfwort geworden sei. Unser Land brauche mehr kompromissbereite Demokraten, die andere ernst nehmen und achten. Daher müssten vor allem junge Leute wieder motiviert werden, Demokraten zu sein. Schüler der Regelschule 1 erinnerten mit Lesungen aus Texten von KZ-Häftlingen an deren Schicksale. Gemeinsam mit Politikern, Vertretern von Institutionen und Vereinen der Stadt sowie anwesenden Privatpersonen legten sie zum Gedenken Blumen nieder.

Auch in Ilmenau war die Gedenkfeier am 67. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau geprägt von den aktuellen Ereignissen rechter Gewalt. Sowohl Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber als auch die ehemalige Landtagspräsidentin Dagmar Schipanski wiesen auf die neuen Gefahren rechten Gedankengutes und seiner Unterschätzung hin.

Seit 1996 wird in Deutschland durch den Gedenktag am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

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