Schmalkalden/Meiningen (fh) - Nicht nur in Südthüringens Gärten ist die Aufbruchstimmung, bedingt durch die gute Wetterlage der vergangenen Wochen - zu spüren. Mit den steigenden Temperaturen sank im März auch die Zahl der Arbeitslosen in der Region. Im März 2012 wurden nur noch 16.142 Arbeitslose gezählt 7,9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Damit liegt die Suhler Agentur weiterhin ganz vorn in Freistaat. Ein Indiz für das saisonale Anlaufen des Südthüringer Arbeitsmarktes ist der starke Rückgang bei arbeitslosen Männern (-755) im Vergleich zu den der Frauen (-208). „Industrie und Handwerk rufen benötigtes Personal verstärkt zurück und generieren neue Bedarfe“, so Wolfgang Gold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Suhl. Betrachtet man die Personengruppen, so sind überdurchschnittliche Rückgänge zum Vorjahr, insbesondere bei den Jugendlichen und bei den Langzeitarbeitslosen mit zu verzeichnen. Die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt bestätigt den Frühjahrstrend. So ging der Zugang Arbeitsloser aus Erwerbstätigkeit binnen eines Monats um 14,7 Prozent zurück. Der Abgang Arbeitsloser in Erwerbstätigkeit stieg dagegen um 63,3 Prozent. „Die positive Bewegung auf dem Arbeitsmarkt nimmt saisonbedingt stark zu“, so Golds Kommentar.
Allerdings ist dabei zu beachten, dass eine Abbildung der Unterbeschäftigung, der theoretischen Arbeitslosenquote unter Berücksichtigung laufender Maßnahmen, für Südthüringen derzeit nicht möglich ist. Durch die Übertragung der Betreuung Arbeitsloser aus dem Rechtskreis SGB II an das kommunale Jobcenter des Landratsamtes Schmalkalden-Meiningen ist eine Bestimmung derzeit nicht realisierbar.
Auf dem Stellenmarkt zeigt sich folgende Entwicklung: „Der Bestand an offenen Arbeitsstellen beträgt derzeit 3.094 und somit 9,8 Prozent mehr als im Vorjahr“, so Gold. Viele Stellen können mangels Eignung der Bewerber nicht sofort besetzt werden und bleiben offen im Bestand. Der Zugang neuer Stellen seit Jahresbeginn war dagegen um 8,8 Prozent rückläufig. „Die Bedarfe der Wirtschaft können wir mit dem vorhandenen Potential oft nur unter Einsatz individueller Maßnahmen decken“, so der Agenturchef. Der Arbeitgeberservice und der Vermittlungsbereich für Arbeitnehmer nutzen dafür verschiedenste Instrumente. „Man sollte als Unternehmer auch Bewerbern mit teilweiser Eignung eine Chance geben“, betont Gold. Im Gegenzug heißt es für den Arbeitslosen, für einen neuen Arbeitsplatz auch einmal bereit für eine angebotene Qualifizierung zu sein.
Die aktuelle Quote der Arbeitslosigkeit in den Geschäftsstellen schwankt derzeit von 9,0 Prozent in Ilmenau bis 4,6 Prozent in Sonneberg. Bis auf die Stagnation in Meiningen ist die Quote überall rückläufig.