Marienmünster - Das Albert-Schweizer-Haus, Betreuungseinrichtung für vollstationäre Pflege, in Marienmünster zeichnet sich unter den Seniorenheimen durch eine Vielfalt an neuen Konzepten innerhalb der Pflege und den Fortbildungsmöglichkeiten im personalen Bereich aus.
Ganz neu im Team des Albert-Schweizer-Hauses ist Michaela Cordes, die dort für ein Jahr tätig ist, um die staatliche Anerkennung als Sozialarbeiterin zu erlangen. Das vorwiegende Wirkungsfeld von Frau Cordes ist der Beratungsdienst des Sozialen Dienstes. Hier werden Kunden in allen Fragen rund um die Aufnahme ihrer Angehörigen betreut und beraten. Die Unterstützungsleistung besteht außerdem in dem Stellen von Anträgen bei den verschiedenen Institutionen oder der Abklärung der Kosten. Die Anleitung von Frau Cordes in diesen Bereichen erfolgt durch die Hausleitung, Frau Klennert, und die Diplomsozialarbeiterin Frau Rüther-Schütte. Ganz neu ist nun, dass Frau Cordes begleitend dazu den Masterstudiengang „Soziale Arbeit" an der HAWK Holzminden studiert. Für das Seminar Qualitätsmanagement evaluiert sie Konzepte, nach denen im Albert-Schweitzer-Haus gearbeitet wird.
Frau Cordes wird in ihren Studien vor allem die Hauptkonzepte des Albert-Schweizer-Hauses berücksichtigen, wovon das Hausgemeinschaftskonzept einen Schwerpunkt bilden wird. Dieses ist darauf ausgelegt, die individuellen Lebensgewohnheiten aller Bewohner zu berücksichtigen. Die BewohnerInnen können die Gemeinschaft innerhalb der Wohnküche erleben, sich jedoch auch in einen privaten Bereich zurückziehen. Soweit sie es möchten und dazu in der Lage sind, können sie Aufgaben innerhalb der Wohngemeinschaft wahrnehmen, und so ein selbstbestimmtes Leben führen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Albert-Schweizer-Hauses liegt in der Pflege von Menschen mit demenziellen Erkrankungen. Auch hier gibt es für Frau Cordes den Erfolg neuer Konzepte zu erforschen, da die Wohnungen des Hauses bereits beim Bau auf die Bedürfnisse demenzkranker Menschen ausgerichtet wurden. Beispielsweise sind die Flure so angelegt, dass die BewohnerInnen durch den Wohnraum innerhalb einer Kreisform geleitet werden. Sie kommen auf diese Weise immer wieder an ihrem Zimmer vorbei und können sich so besser orientieren. Insbesondere den an Demenz erkrankten Bewohnern kommt der frei zugängliche Garten entgegen, da sie häufig einen großen Bewegungsdrang haben.
Ein weiteres Gebiet, das es für Frau Cordes zu erkunden gilt, ist das der Palliativpflege. Die Hausleitung, Frau Klennert, ist Gründungsmitglied des Palliativ Netzwerks im Kreis Höxter, weshalb die Palliativpflege für sie ein besonderes Anliegen darstellt. Da es im Interesse der Palliativmedizin liegt, das Recht jedes Sterbenden auf ein menschenwürdiges Leben bis zu seinem Tod zu gewährleisten, versucht man diesen Leitsatz im Albert-Schweitzer-Haus zu verwirklichen. „Pallium" heißt Mantel, und wie ein Mantel sollen die psychologischen, spirituellen sowie körperlichen Behandlungen den Schwerstkranken umhüllen. Wenn es nichts mehr zu heilen gibt sollen Schmerzen, Atemnot und Übelkeit gelindert sowie Sorgen und Ängste verringert werden. BewohnerInnen, die der Palliativpflege bedürfen, werden im Albert-Schweitzer-Haus daher von erfahrenen Palliativmedizinern betreut. Weitere Unterstützung erfahren BewohnerInnen und Angehörige durch den Hospizdienst des Kreises Höxter, dem das Albert-Schweitzer-Haus ebenfalls angehört. Da BewohnerInnen und ihre Angehörigen am Lebensende einen hohen seelsorgerischen Bedarf haben, besteht im Albert-Schweitzer-Haus ein umfangreiches Seelsorgeangebot. Es steht eine evangelische Diakonin, Frau Birgit Weber-Mörmel, sowie die katholischen Pater, insbesondere Herr Pater Gerd Blick, der Abtei Marienmünster zur Verfügung. Mitglieder anderer Glaubensgemeinschaften werden ehrenamtlich durch deren Vertreter seelsorgerisch begleitet. Die Toleranz gegenüber den kulturellen und religiösen Vorstellungen der BewohnerInnen und deren Angehörigen ist selbstverständlich.
Damit bietet das Albert-Schweitzer-Haus zahlreiche neue Ansätze und Konzepte im Bereich der Pflege, die Frau Cordes im Rahmen ihrer Tätigkeit dort kennenlernen kann. Gleichzeitig hat sie die Möglichkeit, die Kenntnisse aus der Praxis in ihrem Studium zu nutzen. Auf diese Weise gibt das Albert-Schweitzer-Haus Master-Studenten die Gelegenheit zur Erweiterung ihrer Kompetenzen und fördert die Verbindung von wissenschaftlicher Theorie und Praxis.
Um noch offene Fragen zu klären, steht allen Interessierten jederzeit die Beratung des Sozialen Dienstes zur Verfügung.
Kontakt: Albert-Schweitzer-Haus Sozialer Dienst, Dipl. Sozialarbeiterin Frau Rüther-Schütte, Tel.: 05276-9850142
Noch keine Kommentare vorhanden