Deutschlands Energiewende beschäftigt Europa: Wolter und Fachin diskutieren in Straßburg

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(v.l.) Diethart Wolter und Christian Fachin, Frank Gotthardt und Manfred Weber

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Kreis Höxter (oz) - Wird Strom demnächst teurer? Wie sieht es mit der Versorgungssicherheit nach der Energiewende aus? Informationen aus erster Hand erlangte der Brakeler Politiker Christian Fachin, Mitglied der Bundeskommission Europapolitik der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) aus der Region OWL, im elsässischen Straßburg. Gemeinsam mit Diethart Wolter von der Bundeskommission Mittelstands- und Ordnungspolitik besuchte er die Europäische Parlamentarische Gesellschaft. Manfred Weber, Mitglied des Europaparlaments und stellvertretender Vorsitzender der Europäischen Volkspartei-Fraktion (EVP), und Kommissionsvorsitzender Frank Gotthardt nahmen die beiden in Empfang.

Deutschlands Energiewende zu regenerativen Energien bereite Europa Sorgen. Der Alleingang Deutschlands auf dem Energiesektor traf viele Nachbarn überraschend, so die Europapolitiker. Bisher hätten die Nachbarländer aus Deutschland überschüssigen Strom bezogen, nun müsse Deutschland teilweise Strom importieren. Energie werde deshalb knapper, ein Preisanstieg sei kaum zu vermeiden.

Mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt sei von wachsender Bedeutung, meint Diethart Wolter. Ein freier Marktzutritt und Netzzugang neuer unabhängiger Anbieter müsse gewährleistet werden. Beteiligungen deutscher Energieversorger an französischen Atomkraftwerken und Kaufverhandlungen mit den tschechischen Wettbewerbern könnten nicht die Lösung sein, so Fachin. „Wir verlagern das Problem nur und haben keinen direkten Einfluss auf die Sicherheit der Kraftwerke", gab Fachin zu bedenken. Vielmehr müsse man in die Erforschung und Entwicklung von Energiespeichermöglichkeiten investieren. Pumpspeicherwerke seien wegen der Effizienz Mittel der Wahl - auch die Steigerung der Effizienz bei der Elektrolyse oder das Entwickeln von Hochleistungsakkus sollten als standortunabhängige Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.

Weitere Diskussionsthemen waren Wettbewerbsverzerrungen auf dem deutschen und europäischen Binnenmarkt. Im Rahmen der Erweiterung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) sollte das Bundeskartellamt eine Entflechtungskompetenz erhalten. Eine ähnliche Regelung sollte auf europäischer Ebene eingeführt werden, so Diethart Wolter.

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