Goethe- und Schiller-Archiv wurde feierlich wiedereröffnet

Weimar (Stiftung/haw) - Mit einem Festakt wurde das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar wiedereröffnet. Damit beginnt für Deutschlands ältestes und traditionsreichstes Literaturarchiv eine neue Ära. Das Archiv präsentiert sich auf neuestem technischem Standard – dies gilt für die Bewahrung der Bestände und die Bedingungen für Benutzer und Mitarbeiter gleichermaßen. „Als Ort der Originale und ihrer unvergleichlichen Aura ist das Goethe- und Schiller-Archiv nun bestens gerüstet, seine Aufgaben als Forschungsstätte wahrzunehmen, die Bestände wissenschaftlich zu erschließen und sie auch für ein breites Publikum anschaulich zu machen“, unterstreicht Dr. Bernhard Fischer, Direktor des Archivs.

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Stadtseite des Goethe- und Schiller-Archivs

© Foto: Jens Hauspurg/Klassik Stiftung Weimar

Nach fast 120 Jahren ohne wesentliche Eingriffe in die originale Bausubstanz wurde das Archiv in den letzten zwei Jahren aufwendig saniert. Durch einen Erweiterungsbau sind neue Magazin- und Büroflächen entstanden, im Obergeschoss wurden Werkstätten für Restaurierung und Digitalisierung eingerichtet. Ein neuer Eingangsbereich, neue Lesesäle und ein Konferenz- und Vortragsraum sind entstanden. Die Hauptnutzfläche wurde um ca. 600 Quadratmeter erweitert. Der Bereich der Beletage ist im Zuge der Sanierung in Farbe, Form und Gestaltung der ursprünglichen Fassung wieder deutlich näher gerückt.

Für die Erweiterung und Grundsanierung des Goethe- und Schiller-Archivs standen inklusive Ausstattung 10,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die baulichen und denkmalpflegerischen Ziele wurden erreicht. Die Baumaßnahme wurde als Teil des Sonderinvestitionsprogramms Masterplan „Kosmos Weimar“ gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags sowie vom Freistaat Thüringen. Darüber hinaus wurden Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) eingesetzt.

Zur Wiedereröffnung präsentiert das Goethe- und Schiller-Archiv in den historischen Vitrinen im Mittelsaal herausragende Einzelstücke aus seinen bedeutendsten Nachlässen und Beständen. Unter anderem werden Handschriften von Goethe, Schiller, Herder und Wieland sowie Briefe von Mozart und Beethoven zu sehen sein. Entwürfe, Reinschriften und Druckmanuskripte erlauben einen Einblick in die Werkstatt der berühmten Autoren, seien es Goethes Korrekturblätter zum Faust II., Nietzsches Druckmanuskript der „Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik“, ein Tagebuch Friedrich Hebbels mit Notaten zu den „Nibelungen“ oder die Niederschrift eines Klavierstücks des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy, das sich in der Notensammlung der Goethe-Familie erhalten hat.

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