Weimar (Rathaus / haw) - Seit Herbst des vergangenen Jahres wird der Herderplatz in Weimar von Archäologen untersucht. Neben den zu erwartenden Friedhofsresten konnte mit einem Glockengussofen bereits ein ganz besonderer Fund geborgen werden.
Auch die Bestattungen erwiesen sich als teilweise sehr außergewöhnlich. Die ältesten Gräber sind als Kopfnischengräber angelegt. Das deutet auf ein relativ hohes Alter hin (mindestens 12. Jahrhundert).
Als jüngste Bestattungen lassen sich Gruppenbestattungen von bis zu 10 Personen bestimmen. Sie könnten als Hinweis auf eine Epidemie interpretiert werden, die schließlich zur Aufgabe des Friedhofes mitten in der Stadt führte.
Momentan ist neben mehreren Kopfnischengräbern ein weiterer sehr bemerkenswerter Befund freigelegt: Als Begrenzung des Friedhofes war eine Mauer zu erwarten. Sie wurde bereits in mehreren Abschnitten freigelegt. Nun sieht man, dass der Eingang durch ein massives Tor gefasst war, von dem sich nicht nur die Fundamente, sondern auch mindestens eine Lage des aufgehenden Mauerwerkes im Boden erhalten haben. Dieses Tor ist nicht nur für Weimar ein bedeutendes mittelalterliches Zeugnis. Eine solche Anlage ist auch an sich sehr ungewöhnlich. Ähnliche Bauten sind nur aus jüngerer Zeit bekannt.
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