(AK) - Oft werden Fachbetriebe für Baumpflege im Frühsommer gefragt, ob jetzt noch Bäume geschnitten werden können. Die Antwort lautet: Gerade im belaubten Zustand vertragen die Bäume den Schnitt am besten.
Bei Schnittmaßnahmen während der Vegetationsperiode von Mai bis August treten die geringsten Folgeschäden auf. Doch es gibt auch Nachteile…
© Foto: BaumläuferVor Jahren war es gängige Praxis, Bäume stets im Winterhalbjahr zu schneiden. Gärtner und Landwirte nutzten diese Monate für Baumpflege. Neue wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch, dass bei Schnittmaßnahmen während der Vegetationsperiode von Mai bis August die geringsten Folgeschäden auftreten. Die Überwallung der Schnittstellen und die Abschottung des Holzes gegen Pilze und andere Schaderreger sind dann besonders gut. Schnittmaßnahmen während der Vegetationszeit sind auch sinnvoll, da Totholz und stärker geschwächte Äste vom Baumpfleger leichter zu erkennen sind. Nachteilig wirken allerdings mögliche Schädigungen an aufbrechenden Blütenknospen und sich entfaltenden jungen Blättern. Ausnahmen sind stark blutende Baumarten wie Ahorn, Birke, Hainbuche und Walnuss. Hier sollte mit dem Schnitt bis Juni gewartet werden.
Bei starken Eingriffen und Fällungen kann es zum Konflikt mit dem Naturschutz kommen. Das Bundesnaturschutzgesetz untersagt Fällungen und Rodungen von Bäumen und Gehölzen zwischen dem 1. März und dem 30. September. Fachgerecht ausgeführte Pflegemaßnahmen sind jedoch gestattet, da sie den Baum langfristig erhalten. Einschränkungen gibt es, wenn Vogelnester oder Bruthöhlen im Baum sind. Bei stärkeren Eingriffen werden Absprachen mit dem Grünflächenamt bzw. der Unteren Naturschutzbehörde empfohlen.
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