Meiningen (HH) – Die alte Theaterstadt an der Werra schien als denkbar beste Wahl für ein Konzert des Sängers im Smoking und seine Lieder von anno Dunnemal. Waren doch die Stücke über die „Comedian Harmonists" hier einst regelrecht gestürmt worden. In Berlin trat Raabe das letzte Mal vor 22.000 Besuchern auf. Doch hier in der Provinz ließ der Marktplatz noch einige freie Plätze.
Für die Freunde seiner Musik aber war es ein intensives Erlebnis. Raabe kam nicht mit seinem Palast-Orchester angereist, sondern gab eine fast intime Vorstellung mit seinem Pianisten Christoph Israel. Zu hören waren vor allem Eigenkompositionen seiner neuen CD, die einen Liederzyklus mit Schlagern und Couplets rund um das Meer darstellen, als Sinnbild für Sehnsucht und Aufbruch. Veranstalter Känguruh Production bezeichnet die Mischung aus Melancholie und Ironie, tiefer Traurigkeit und unverschämter Lebenslust als ein bis heute unerreichtes Erbe der damaligen Kultur. Das Meininger Publikum verstand und gab besonders dort Beifall, wo diese Atmosphäre auch in den Ansagen des Meisters mitklang. Das war leider nicht allzu oft der Fall, gerade auch im Vergleich zu seinen großen Konzerten. Fast hatte es den Anschein, als müsse Max Raabe sich beeilen. Doch wahrscheinlich stand er mit den Mächten da oben im Bunde: gerade als er seine letzte Zugabe vor stehenden Ovationen über die Bühne gebracht hatte, ging ein großer Regen über Meiningen nieder. Die Musen wussten warum.
Das Konzert fand übrigens im Rahmen der Meininger Kleinkunsttage statt, die sich noch bis 24.9.2011 auf Gäste freuen.
Max Raabe in concert
© HH
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