Weimar (haw) – „Morgen, Kinder, wird’s was geben…“ - Nicht, dass jetzt schon wieder Weihnachten ist… Oder vielleicht doch! Na, die aktiven Radler des (RadFahrVereins) RFV 1990 „Die Löwen“ Weimar e.V. haben es jedenfalls auf dem Lenker bzw. auf den Reifen bzw. in den Beinen, sich ein paar „Geschenke“ einzufahren. In diesem Jahr veranstalten „Die Löwen“ nämlich ihr Radkriterium wieder in Weimar. (Im vergangenen Jahr musste das Ganze angeblich ausfallen wegen Bauarbeiten.) Jetzt also ein Heimspiel sozusagen. Der Preis der Sparkasse „Rund um das Schwanseebad“ gilt gleichzeitig für verschiedene Alters- und Leistungsgruppen als Thüringer Landesverbandsmeisterschaft. Start ist am Sonntag, 15. Juli, 10.00 Uhr, Ende gegen 16.00 Uhr. Start und Ziel sind wieder vor dem DLRG-Gebäude in der Schwanseestraße. Das Rennbüro befindet sich im DLRG Gebäude.
Gute Aussichten?! David Machwitzky, Renn-Team des RFV „Die Löwen“ Weimar e,V., hat sich einiges vorgenommen für das Weimarer Radfahr-Kriterium „Rund um das Schwanseebad“ am 15. Juli: „Ich will versuchen, aus diesem ‚Heimspiel‘ das Beste zu machen. Nicht nur, was meine eigene Bilanz angeht. Unser Verein hat die einmalige Chance, zu zeigen, was der Weimarer Radsport momentan leisten kann.“
© Foto: hawEtwas Geschichte
Jens Nitschke, 1. Vorsitzender des RFV 1990 „Die Löwen“ Weimar e.V.: „Die Anmeldungen liegen bisher nahe der 300. Wir wollen den Sportlern und Zuschauern beste Bedingungen bieten. Noch bis kurz vor dem Start kann man sich anmelden. Interessant sind auf jeden Fall die Hobby- und Schnupperrennen für Kinder bis zu 10 und im zweiten Lauf bis zu 14 Jahren. Weimar hat eine lang Rad-Fahr-Tradition. Daran wollen wir anknüpfen und den Pedalen-Sport für alle Altersgruppen interessant machen.“
Seit 1897 existiert der Radsport in Weimar. Der erste überlieferte Name der aus dieser Zeit hervorgeht war: „Radfahrunion Weimar“. Nach 1945 gab es zunächst die Vereine „KWU Weimar“, „Einheit Weimar“, „Lokomotive Weimar“ und „Motor Weimar" Funktionäre zu dieser Zeit waren bei „Einheit Weimar“ Kurt Ramme, bei „Lokomotive Weimar“ Kurt Adlung und Hans-Joachim Barth. Im Jahr 1960 schlossen sich die Vereine „Lokomotive Weimar“ und „Einheit Weimar“ zu „Motor Weimar“ zusammen.
Die damaligen Sektionsleiter waren: bis 1961 Kurt Adlung (damals schon 72 Jahre alt), von 1962-1964 Peter Scharf, von 1964-1990 Armin Nitschke (damals 23 Jahre alt). Bedeutendste Radsportler waren damals Bernhard Trefflich, Manfred Weißleder, Peter Scharf und Josef Jahn.
Nach der so genannten Wende wurde am 25. Oktober 1990 der Radfahrverein( RFV) 1990 „Die Löwen“ Weimar e.V. gegründet. Damals waren es 16 Gründungsmitglieder. Heute zählt der Verein 65 Mitglieder.
Jens Nitschke: „Nachwuchs gesucht! Wir suchen radsportbegeisterter Kinder. Jedem Dienstag, Donnerstag und Sonntag leitet David Machnitzky ein Trainieren an.“ Interesse? Jens Nitschke (0 36 43-40 34 46) oder Volkmar Lübeck (0 36 43-50 23 87). „Bei einem Eltern-Kinderabend der Interessenten werden wir unser Konzept vorstellen und dann soll losgeradelt werden.“
Runden drehen
Die Rundenlänge beträgt 1 Kilometer. Strecke verläuft über Schwansee-, Bad Hersfelder-, Asbach-, Herbst-, Schwanseestraße. Je Altersgruppe müssen unterschiedlich viele Runden gedreht werden. Die Streckenführung macht natürlich einige Absperrmaßnahmen nötig. Auch müssen die durchfahrenen Streckenanschnitte frei sein von parkenden Fahrzeugen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der leistungsstärksten Jahrgänge liegt bei etwa 45 km/h. Im Spurt sogar bei 60 km/h.
Ausgeschriebene Rennen
* Schüler/Schülerinnen U11 - 8 Runden = 8 km; Kriterium
* Schüler U13 - 12 Runden = 12 km; Kriterium
* Jugend weiblich U17 - 20 Runden = 20 km; Kriterium
* Schüler U15 - 20 Runden = 20 km; Kriterium
* Schülerinnen U13 - 12 Runden = 12 km; Kriterium
* Schülerinnen U15 -16 Runden = 16 km; Kriterium
* Jugend männlich U17 - 40 Runde = 40 km; Kriterium
* Hobby bis 10 Jahre und 11-14 Jahre - 1/ 2 Runde = 0,5 km; Kriterium
* KT und A-/B-/C-Klasse - 60 Runden = 60 km; Kriterium
* Junioren U19 - 60 Runden = 60 km; Kriterium
* Senioren 2, 3 und 4 - 40 Runden = 40 km, Kriterium
Was ist ein Kriterium?
Als Kriterium (aus dem Französischen Critérium = Wertmesser, Prüfstein) werden Radrennen auf einem relativ kurzen, mehrmals zu befahrenden und meist innerstädtischen Rundkurs bezeichnet, der zwischen 800 und 10.000 Metern messen muss.
Ein Kriterium ist ein Rennen, bei dem die Platzierungen durch Vergabe von Punkten am Zielstrich bei regelmäßigen Wertungen ermittelt werden. Der Sieger wird dabei durch die Ergebnisse einzelner Punktwertungen ermittelt, wobei die Wertung (in der Regel in regelmäßigen Abständen von meist fünf Runden) am Zielstrich erfolgt. Der erste Fahrer erhält 5 Punkte, die weiteren 3, 2 und 1 Punkt. Bei der letzten Wertung, die mit dem Endspurt zusammenfällt, wird die doppelte Punktzahl vergeben. Allerdings gehen Rundengewinne den Punktgewinnen vor, so dass theoretisch ein Fahrer das Rennen gewinnen kann, der keine Punkte erzielt hat. Die Besonderheit eines Kriteriums besteht darin, dass der Sieger nicht nur durch den Zielsprint ermittelt wird, dem unter Umständen ein ereignisloser Rennverlauf vorausging, sondern der Rennverlauf durch die wiederkehrenden Wertungssprints fortlaufend animiert wird.
(Werden solche Rennen ohne Punktewertung auf Endspurt ausgetragen, spricht man in im deutschen Sprachraum von Rundstreckenrennen.)
Etwas Glück
Das Rennteam des RFV „Die Löwen“ und dessen Nachwuchsgruppe werden - soweit möglich - vollzählig bei den Kriterium-Rennen „Rund um das Schwanseebad“, Insbesondere das Renn-Team (Heiko Karus, Jonathan Plag, Philipp Rothe, Hannes Harz und David Machwitzky) hat sich einiges vorgenommen. Heiko Karus, Verantwortlicher des Renn-Teams: „Wir haben die einmalige Chance, hier unseren Heimvorteil in Siege zu verwandeln. Die Strecke hat es in sich. Insbesondere die Kurven. Ich hoffe, dass uns das Material keinen Strich durch die Rechnung macht. Die körperliche Fitness unserer Fahrer ist gut. Wenn wir jetzt noch ein bisschen Glück haben…“
Insbesondere David Machwitzky will seine aktuelle Jahres-Bilanz deutlich aufbessern: Von vier gefahrenen Rennen musste er zwei abbrechen wegen. Defekten am Rad, bei einem holte er einen 19. Platz und eine wurde gewonnen. „Unser Kriterium hier in Weimar verlangt, 60 Runden lang mit vollem Risiko zu fahren. Ich hoffe, dass das Wetter einigermaßen ist. Nässe ist bei dieser kurvenreichen Strecke sogar sehr hinderlich. Fährt man auf Sicherheit, dann ist man mit Sicherheit hinten dran…“
Was der Weimarer Radsport momentan leisten kann, soll sich am 15. Juli dieses Jahres zeigen. Das gilt fürs Renn-Team wie auch für den Nachwuchs.
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