Die 21. Stadt- und Dorfkirchenmusiken im Weimarer Land sind Geschichte

Nächstes Jahr geht’s weiter – mit Richard Wagner

Apolda (HM) - Die 21. Stadt- und Dorfkirchenmusiken im Weimarer Land gingen am vergangenen Sonntag mit einem Konzert der Adjuvanten - „Helfer, Unterstützer“ - in Göttern erfolgreich zu Ende. Die Konzertserie stand unter dem Motto „Reformation und Musik“. Betont wurde dabei der Einfluss des Reformators Martin Luther auf die Musik.

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Ein besonderes Chorkonzert fang Mitte Juli in der Utenbacher Kirche „St. Hilarius“im Rahmen der Stadt- und Dorfkirchenmusiken.

© Foto: HM

Ausgehend von der Auffassung eines „allgemeinen Priestertums aller Gläubigen” verfolgte Luther das Ziel, die Gemeinde durch Musik stärker an der Verkündigung im Gottesdienst zu beteiligen. Deshalb strebte er an, dass die Schüler vom Blatt singen können sowie ein Streich- und ein Blasinstrument erlernen. Dies führte zu einer Blütezeit der Kirchenmusik, die über Jahrhunderte Früchte trug. Auf dem Land entstanden so genannte „Adjuvantenchöre“, in denen Sänger und Instrumentalisten gemeinsam anspruchsvolle mehrstimmige Kompositionen aufführten. So Viola-Bianka Kießling, Musikreferentin im Weimarer Land.

Eben solch ein Konzert gestaltete der Chor des Johannisgemeinde Niederroßla unter Leitung von Christiane Meyer-Koch gemeinsam mit einem kleinen Instrumentalensemble und Solisten in der Kirche von Göttern. Das Abschlusskonzert der Konzertreihe war auch eine Gratulation zum 20. „Geburtstag“ Kirchbauvereins Göttern.

Im Rahmen der diesjährigen Stadt- und Dorfkirchenmusiken gab es in zehn Kirchen an zehn Tagen zehn Konzerte. Diese wurden von rund 500 Besuchern willkommen aufgenommen. Die Musiken sind immer auch Anlass für die Kirchgemeinden, die Konzertreihe zu unterstützen. Allein die kleine Kirche in Saalborn hatte ein großes Publikum zu Gast. Einige Kirchen waren erstmals Spielorte, u.a. Vippachedelhausen.

Seit zwei Jahrzehnten gibt es die Stadt- und Dorfmusiken im Weimarer Land. Die Einmaligkeit und Kontinuität zeigt sich auch darin, dass bisher rund einhundert Kirchen und Kirchgemeinden sowie die Kommunen freundliche Gastgeber gewesen sind. Vorgestellt wurden einem breiten Publikum u.a. sanierte Kirchen und Orgeln nach umfassender Restaurierung.

Für 2013 sind die 22. Kirchenmusiken angekündigt, freut sich Viola-Bianka Kießling. Sie zieht die „musikalischen Fäden“ zieht – in enger Verbindung mit dem Kurator Michael von Hintzenstern. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht wird wieder als Schirmherrin die „Musiken“ unterstützen.

Für das kommende Jahr soll die Musik von Richard Wagner in den Blickpunkt rücken. Der Musiker weilte in Tiefurt und fand bekanntlich in Magdala sowie in Niederzimmern Schutz auf seiner Flucht aus Dresden im Revolutionsjahr 1849.

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