Spitzenpolitiker werten Treffen als "guten Anfang"

Rot-rot-grüne Sondierungsgespräche in Thüringen

Erfurt (AFP) - Wenige Tage nach der Landtagswahl in Thüringen haben sich Linkspartei, SPD und Grüne am Donnerstag zu einer ersten Sondierungsrunde getroffen. Im Anschluss an das Treffen in Erfurt sprachen Spitzenvertreter der Parteien von einer guten Atmosphäre. Die Gespräche werden nächste Woche fortgesetzt. Am kommenden Montag wollen sich auch CDU und SPD erstmals treffen, um die Chancen für eine Koalition zu prüfen.

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Staatskanzlei in Thüringen © AFP

In Thüringen ist neben einem rot-roten-Bündnis unter Führung der Linkspartei auch eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition möglich. Beide Konstellationen würden im neuen Landtag nur über eine knappe Mehrheit von einer Stimme verfügen. Sollte es zu einem rot-roten Bündnis kommen, würde mit Bodo Ramelow erstmals ein Linken-Politiker Ministerpräsident werden können.

Die Landesvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, sagte nach dem rund anderthalbstündigen Treffen, sie sei "weiter optimistisch", dass es zu einem Dreier-Bündnis mit SPD und Grünen kommen könne.

Auch Thüringens Grünen-Chef Dieter Lauinger sprach von einem "guten Anfang" und der Chance für einen Politikwechsel. Er rechnet insgesamt mit vier bis fünf Sondierungen. Zugleich bekräftigte Lauinger, es sei für die Grünen wichtig, dass sich die Linkspartei intensiv mit der Aufarbeitung des Unrechts in der DDR auseinandersetze.

Der Verhandlungsführer der SPD und designierte Chef der Landespartei, Andreas Bausewein, sprach von "sehr sachoriertierten" Gesprächen. Beim ersten Treffen ging es demnach zunächst um die zu besprechenden Themen und den weiteren Fahrplan. Für kommende Woche wurden zwei weitere Sondierungsrunden vereinbart.

Am kommenden Montag will sich auch die CDU mit der SPD treffen. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hat den Sozialdemokraten, die bei der Landtagswahl am Sonntag dramatische Stimmenverluste erlitten hatten, eine Fortsetzung der bisherigen Koalition angeboten. Bausewein, der als Befürworter eines Linksbündnisses gilt, hatte angekündigt, er wolle ergebnisoffen in alle Sondierungsrunden gehen.

Die Union will zudem noch mit den Grünen reden. Die stehen einer möglichen Zusammenarbeit mit den Christdemokraten aber sehr skeptisch gegenüber. Auch die von Ministerpräsidentin Lieberknecht ins Spiel gebrachte schwarz-rot-grüne Option stößt bei der Ökopartei auf Ablehnung.

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