Kromsdorf (TSV/haw) - Der TSV 1928 Kromsdorf e.V. (www.tsv1928kromsdorf.de bzw. www.tsv-kromsdorf.de) ist Hauptnutzer der Sportplatzes „Fasanengarten“. Die Anlage gehört der Gemeinde Kromsdorf. Das derzeitige Sportplatzgebäude hat schon einige Jahre auf dem „Buckel“. Und das Hochwasser der nahen Ilm nagte ab und an auch an diesem Gemäuer. Der Zustand ist nicht eben einladend. Um es mal dezent auszudrücken. Die Umkleidemöglichkeiten und Sanitäranlagen sind völlig unzureichend. Sie können mit der Mitgliederentwicklung des Vereins nicht Schritt halten. Aktuell sind 326 Mitglieder in den Sportarten Fußball, Kegeln, Tischtennis, Tanzen, Gymnastik und Volleyball organisiert. Der Fußball bringt die meisten Mannschaften auf die Beine. Das hat Konsequenzen. Schon seit Jahren wird der Neubau eines neuen Funktionsgebäudes diskutiert… Jetzt wird es konkret.
Der TSV 1928 wächst! Und vor allem der Fußball profiliert sich mit einer Vielzahl von Mannschaften. Das hat Konsequenzen: Kromsdorfs Sport braucht ein neues Heim! Und will sich jetzt eins bauen. Weil Fördermittel und Eigenleistungen nicht reichen für den ersten Bauabschnitt, läuft jetzt eine besondere Aktion. Lars-Holger Roos, Architekt und Koordinator des Vorhabens: „Wir bieten 315 Anteile am Spielfeld an zum symbolischen Kauf. Etwa 43.000 Euro soll das bringen.“
© hawBau-Abschnitte
„Der Neubau des Funktionsgebäudes soll und muss außerhalb des Überschwemmungsgebietes der Ilm errichtet
werden. Der Standort wird etwa 150 Meter in nördlicher Richtung vom jetzigen liegen. Außerhalb einer ermittelten Jahrhundert-Hochwasser-Grenze. Und außerdem noch etwa einen halben Meter erhöht.“ So Lars-Holger Roos, Architekt und Koordinator des Vorhabens.
Die neue Gesamtkonzeption favorisiert eine Lösung, die eine Umsetzung in Bauabschnitten ermöglicht. Damit sollen die Belastungen für die Finanzierung und die Eigenleistungen auf drei Jahresscheiben verteilt werden. Die Funktionen für den Sportbetrieb werden in Einzelbauten (Pavillons) untergebracht:
* Im 1. Bauabschnitt sollen ein Umkleide- und der Funktionstrakt mit den Erschließungsanlagen realisiert werden. Damit verbessert sich die derzeitige Situation entscheidend.
* Im 2. Bauabschnitt soll ein zweiter Umkleidetrakt die Bedingungen weiter verbessern.
* Im 3. Bauabschnitt entsteht das Vereinshaus.
Nach Fertigstellung des 3. Bauabschnittes kann (!) das gegenwärtige Sportplatzgebäude zurück gebaut werden. – Damit wird angeblich auch der Hochwasserschutz weiter verbessert.
Zwischen Daumen und Zeigefinger
Am Bau des 1. Abschnittes des neuen Funktionsgebäudes will und muss sich der Verein - neben umfangreichen Eigenleistungen - mit einem größeren Beitrag finanziell beteiligen. Die Mittel der Gemeinde (65.000 Euro) und Fördermittel des Kreises Weimarer Land im Rahmen der Sportförderung (67.500 Euro) reichen nicht.
Lars-Holger Roos: „Das Land Thüringen sieht leider keine Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung.“
Der 1. Bauabschnitt soll etwa 225.000 Euro kosten. Da fehlen also noch weit über 90.000 Euro. Größere finanzielle Reserven hat der Verein nicht. Was also tun?
Lars-Holger Roos: „Durch die Bereitstellung der Fördermittel ist der Verein nun in Zugzwang geraten. Wer jetzt Fördermittel ablehnt, bekommt so schnell nicht wieder welche.“
So wurde es beschlossen in Abstimmung von Gemeinde und Verein: „Wir fangen an! Etwa 50.000 Euro sollen durch Eigenleistungen erbracht werden und weitere 43.000 durch eine Aktion der besonderen Art.“
Der heilige Rasen
Der Fußballrasen ist auch in Kromsdorf heilig. Ein Fußballspielfeld ist eben etwas anderes als eine Wiese. Und dieser heilige Rasen wird verkauft! Na, jedenfalls symbolisch. Aus diesem Grund bieten der TSV Kromsdorf 1928 und die Gemeinde 315 Anteile am Spielfeld an. Zum Kauf. (Das ist wohl mehr ein Leasing. Eine Art Sponsoring.)
Der Kaufpreis für ein 5 x 5 Meter großes Feld variiert zwischen 1.200 Euro (Anstoßpunkt) und 50 Euro.
(Anstoßpunkt = 1.200 €; 1-Meter-Punkt =1.000 €; Torlinie = 750 €; Eckfahne = 500 €; Seitenlinie = 200 €; Spielfeld = 100 €; 1/2 Feld = 50 €).
Jeder Erwerber trägt mit seiner Spende zum Bau des neuen Funktionsgebäudes bei. (Auf Wunsch wird eine Spendenquittung ausgestellt.) Geplant ist, die Spender auf einer Ehrentafel am Sportplatz namentlich und „feldlich“ vorzustellen. Es können auch mehrere Felder erworben werden. Spenden sind natürlich auch ohne Kauf eines Anteils sehr willkommen.
Lars-Holger Roos: „Eine Karte des Spielfeldes mit den einzelnen Feldern kann auf der Internetseite des TSV Kromsdorf - www.tsv-kromsdorf.de - eingesehen werden.“
So kauft man (s)ein Feld
Das Wunschfeld wird per E-Post (das@buero131.de) bestellt. Die Einzahlung des „Kaufpreises“ erfolgt auf das Konto der Gemeinde Kromsdorf. Als Verwendungszweck muss bei der Überweisung / Einzahlung „Spende Neubau Sportlerheim“, der Name des Spenders und die gewünschte Feldnummer angegeben werden.
Die Spenden werden ausschließlich für den Neubau des Funktionsgebäudes verwendet. Ein Anspruch auf bestimmte Felder besteht nicht.
Lars-Holger Roos: „Kommt das Vorhaben nicht zur Ausführung, wird der „Kaufpreis“ an die Spender zurück gezahlt.“
Aktueller Stand
Die Idee mit dem Feld-Verkauf ist nicht neu. Aber immer wieder originell. Und hat im konkreten Falle schon eine beachtenswerte Resonanz erfahren. Den aktuellen Stand kann man sich im Welt-Netz ansehen unter www.tsv-kromsdorf.de Die nicht mehr nummerierten Felder sind schon vergeben. Also fast ein Drittel ist reserviert bzw. verkauft. Zu den Top-Käufern gehört Nicole Günther aus Weimar. Ihr war der Anstoßpunkt in der Mitte des Spielfeldes 1.200 Euro wert. Den 11-Meter-Punkt sicherte sich mit 1.000 Euro Uwe Crüger aus Mellingen. Die Freiwillige Feuerwehr Kromsdorf/Denstedt belegte (aus gutem Grund) das Feld 112. Und die Kromsdorfer Fußball-F-Junioren feierten ihr 100. Tor mit der Feld-Nr. 100.
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