Gera (tti) - Einen klassischen Winterschlaf hat er nicht gerade, aber er sieht sehr viel frischer aus als er im Herbst 2011 seinen Stammplatz auf dem Granitblock im finnischen Partnerschaftsgarten verlassen hatte. „Uppo Nalle“, der 2007 zur BUGA im Hofwiesenpark wohnende Holzbär ist seit Dienstag und damit pünktlich zum Festwochenende zurück. In den Werkstätten des CJD Christlichen Jugenddorf Gera erlebte er eine lebensrettende Frischholz-Span-Leim-Lack-Kur.
Denn der Publikumsliebling hätte wohl 2012 mit zentimeterbreit gespaltenem Holz und nach Vandalismus-verdächtigen Schäden, wenn er im späteren Herbst auf Initiative der Deutsch-Finnischen Gesellschaft nicht erstmals überhaupt vom Sockel geflext worden wäre. Nun hat die lebensgroße Figur wieder eine linke Tatze; hält darin symbolisch Band der Geschichten von Elina Karjalainen, die in der Nähe von Geras Schwesternstadt Kuopio lebte. Anglerhut und Umhängetasche sind neu. Der rote Regenschirm strahlt wieder. Der Bär lacht.
Gera DFG-Regionalgruppe hatte sich auf die Suche nach Helfern gemacht. Viele trugen ihr Scherflein und mehr bei. Besonders in den Holzwerkstätten des CJD-Berufsbildungswerks. Dort wurde Uppo Nalle getrocknet, ausgeleimt, gespachtelt, geschliffen, gleich mehrfach mit wetterfester Farbe gestrichen und nachlackiert. Das war keine schlechte Arbeit für die Azubis in der Holz- und Malerabteilung, bestätigten die Meister Tobias Pickart, Sven Steingrüber und Wolfgang Kaiser den Ehrenauftrag. Sie sähen den Holzbären künftig lieber immer in einem Winterquartier; auch wenn er fachgerecht aufgefrischt zwei, drei Jahre in freier Natur durchhalten könnte. Bei den Hauswirtschaftlerinnen ließ die Schneiderin Renate Henkel ihre Frauen Entwürfe für die Tasche gestalten. Sie gab selbst den derben Drillich dazu und freute sich über die guten Zuschnitte der Lehrlinge. Das Gestell des Regenschirms schweißte das Bildungswerk Bau Hessen-Thüringen. Lorenz & Co. Fenster- und Raum-Design übernahmen dessen Bespannung. Doris Oswald von der Deutsch-Finnischen Gesellschaft, die im Hobby gern Textilgestalterin ist, setzte dem Bären den richtigen Hut auf. Dann brauchte es eben am Dienstag nur noch einer Handvoll Männer, die den Koloss wieder auf den großen Steinblock setzten und fachgerecht befestigten. Und wie zur Regentaufe schickte Petrus gleich noch ein paar Begrüßungsregentropfen vom Himmel. Man nenne es Freudentränen.
Jedenfalls wird Uppo Nalles Rückgabe an die Stadt Gera beim Hofwiesenparkfest gefeiert. Die DFG lädt außerdem Neugierige gleich noch zu einem typisch finnischen Familienspaß ein: Mölkky. Das ist ein pfiffiges Zahlenspiel, zu dem es am 16./17. Juni 2012 sogar wieder Deutsche Meisterschaften gibt, ausgetragen von der DFG Nürnberg in Erlangen. Zu den 5. Titelkämpfen soll auch ein Geraer Team antreten. Mitspieler seien gern gesehen, deutete Thüringens neue DFG-Jugendbeauftragte Kristin Jäger an. Uppo Nalle hat in Gera bestimmt einen Blick darauf, wenn er nicht gerade selbst als Fotomodell für Kinder und andere Fans abgelenkt ist.
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