Gräfenroda (ke) - Noch hämmern, klopfen, schrauben und schleifen in der Grundschule Gräfenroda auf allen Etagen die verschiedensten Handwerker. Aber die Fortschritte bei der Innensanierung sind nun nicht mehr zu übersehen: Helle, freundliche Farben strahlen von den Wänden und gerade werden neue Fußbodenbeläge verlegt.
Bei der Begehung des Schulhauses ließ sich Vizelandrat Rainer Zobel (r.) von Architekt Jens-Peter Ungethüm (l.) von den Fortschritten berichten.
© Foto: Kerstin EngelmannIm Eingangsbereich werden dabei die originalen Fußbodenfliesen erhalten. Und auch die farbliche Wandgestaltung lehnt sich an die ursprüngliche von 1913 an.Aber einige Teile des Schulhauses sind noch älter. 1886 gebaut, wurde das Gebäude im Laufe der Jahrzehnte immer wieder erweitert. 1958 wurde der Seitentrakt angebaut. Im so genannten „Abortflügel“ war die Sanierung am dringendsten. Er habe zwar schon noch schlimmeres gesehen, aber an den Sanitäranlagen musste dringend etwas passieren, bestätigte Architekt Jens-Peter Ungethüm beim Rundgang im Schulgebäude. Das Konjunkturpaket II machte es möglich, dass insgesamt 930.000 Euro in den Altbau investiert werden konnten. „Das ist wie ein Sechser im Lotto für das Haus“, freut sich Bürgermeister Frank Fiebig.
Das alte Gebälk des Hauses hielt aber einige unschöne Überraschungen für die Bauleute bereit. „Kurz nach Beginn der Arbeiten wurde an einigen Balken Hausschwamm festgestellt. Zum Glück hielt er sich noch in Grenzen, aber es mussten befallene Balken ausgetauscht und Wände teilweise erneuert werden ", erzählt Carmen Kühn, die für das Landratsamt den Bau begleitet. Überhaupt gäbe es wohl kaum eine Schule, in der so viel Holz verbaut sei. Denn auch die Zwischendecken und die Treppenhäuser des Fachwerkhauses sind aus Holz, ergänzte sie. Dies musste natürlich beim Erfüllen der Brandschutzauflagen berücksichtigt werden. So gibt es jetzt neue Brandschutztüren und die Treppen wurden von unten brandhemmend verkleidet. Und dass auch der elektroakustische Alarm schon funktioniert, demonstrierte die Stimme aus dem Lautsprecher, die zum sofortigen Verlassen des Gebäudes aufrief. Und auch für weitere Notfälle wurde vorgesorgt. Befinden sich unbefugte Personen im Haus, werden Lehrer und Schüler durch einen festgelegten Satz gewarnt. „Die Lehrer würden sich in einem solchen Fall sofort mit ihren Schülern in den Klassenräumen einschließen und dort bis zur Entwarnung warten“, klärte Carmen Kühn die über den Satz verwunderten Baustellenbesucher auf. So soll ein drohender Amoklauf verhindert werden.
Da es sich bei dem Gebäude um ein Einzeldenkmal handelt und die Fassade bereits vor fünf Jahren erneuert wurde, kam nur eine Innendämmung in Frage. „Wir werden zwar keinen Energiepass bekommen, aber wir haben getan, was möglich war“, so Carmen Kühn. Was die Dämmung bringt, werde der nächste Winter zeigen.
Am 22. August soll die öffentliche Einweihung des neu gestalteten Schulhauses sein. „Bis dahin sind die Arbeiten auf jeden Fall abgeschlossen und wir hoffen, dass sich dann auch einige Eltern und Großeltern im sanierten Gebäude umschauen“, so Carmen Kühn.
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