Festveranstaltung auf der Veste Heldburg

Zehn Jahre Initiative Rodachtal e. V. gefeiert

Heldburg (wotan) - Am 1. Dezember 2011 hatte sich zahlreiche Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur, an der Spitze Minister Jürgen Reinholz, auf der Veste Heldburg eingefunden, um den zehnten Jahrestag der Gründung der Initiative Rodachtal e. V. würdig zu begehen.

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Thomas Müller, Anita Schwarz, Jürgen Reinholz, Manfred-Günther Ewald und Hendrik Dressel (v.l.)

© Foto: wotan

Nach einem musikalischen Auftakt am Klavier und der Begrüßung der zahlreichen Gäste zog der Vorsitzende der Initiative Rodachtal e. V. in seiner Ansprache „Vom Regional-  zum Flächenmanagement – zehn Jahre interkommunale Zusammenarbeit im Rodachtal – grenzenlos“ eine positive Bilanz. Die deutsche Einheit sei ein Glücksfall in der Geschichte, aus dem „Eisernen Vorhang“ wurde ein grünes Band. Neun Städte und Gemeinden würden in der Initiative Rodachtal e. V. erfolgreich zusammenarbeiten. In der interkommunalen Zusammenarbeit werde Schwerpunkt darauf gelegt, dass keine neuen Mauern in den Köpfen entstehen, der Neidfaktor spiele hierbei eine erhebliche Rolle. In der Initiative Rodachtal e. V. werde miteinander und nicht übereinander geredet. Nachdem ursprünglich Dr. Rausch als erster Regionalmanager fungierte, sei die Stelle dann ausgeschrieben worden und das Büro Neumann nehme jetzt diese Funktion in guter Qualität wahr. In zehn Jahren wären eine Fülle von Projekten realisiert und vier Millionen Euro, davon 2,1 Millionen Fördermittel investiert worden. Ein gesundes Preis-Leistungsverhältnis sei für die Lebensqualität der Bevölkerung und den Tourismus wichtige Grundlage. Gäbe es die Initiative Rodachtal e. V. nicht, müsste sie geründet werden.

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Minister Jürgen Reinholz bei seiner Festrede

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Minister Jürgen Reinholz betonte, die Initiative Rodachtal e. V. habe sich als thüringisch-bayerisches Gemeinschaftsprojekt bewährt, man hätte über die Ländergrenzen geschaut. Der Namensgeber Bach Rodach habe sich auch nie an die von Menschen gezogene Grenze gehalten. Verschiedene Projekte seien Beleg für die erfolgreiche zehnjährige Arbeit, so das Zweiländermuseum, der Medical-Park-Marathon oder die länderübergreifende Buslinie. Der Thüringer Wald werde auch zukünftig durch die Europäische Union gefördert. Schwerpunkte seien die effiziente Betreuung bei der Fördermittelinanspruchnahme, beim Erschließen von Finanzierungsmöglichkeiten und der Verbindung von ländlichen Gegenden mit den Städten. Die negative demografische Entwicklung treffe hauptsächlich die ländlichen Gegenden. Die qualitativen Anforderungen an die Förderwürdigkeit müssten erhöht werden. Die erfolgreichen Ergebnisse von städtebaulicher Sanierung und Dorferneuerung gelte es zu stabilisieren.
Bestehende Siedlungsstrukturen seien zu erhalten, bei der Dorfinnenentwicklung müsse sich auf Umnutzung und Sanierung konzentriert werden. Dorferweiterungen auf der „grünen Wiese“ würden nicht mehr gefördert. Erweiterungen hätten keine Chance, es gehe um Revitalisierung von Brachflächen und den Aufbau eines regionalen Gebäude- und Leerstandsmanagements. Thüringen und Bayern würden bei der Förderung der Revitalisierung eng zusammenarbeiten. Er gratuliere der Initiative Rodachtal e. V. zum zehnten Geburtstag und wünsche weitere Erfolge.

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Fünfjährige Pianistin

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Die erst fünfjährige Leticia erfreute mit ihrem Klavierspiel. Der Referatsleiter für integrierte ländliche Entwicklung im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Manfred-Günther Ewald überbrachte die Glückwünsche seines Ministers Brunner und hob die Pionierarbeit der Initiative Rodachtal e. V. hervor. Oberfranken werde in den nächsten zehn Jahren zehn Prozent seiner Bevölkerung verlieren, was auch bedeute, immer mehr Kosten auf immer weniger Bürger umlegen zu müssen. Er sagte der Initiative Rodachtal e. V. die weitere Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung zu.
Landrat Thomas Müller verwies darauf, dass man sich auf der „Fränkischen Leuchte“ getroffen habe und sprachlich wären wir auf thüringischer wie bayerischer Seite Franken. Die Veste würde ein Vorzeigeprojekt, welches zu DDR-Zeiten den Verfall preisgegeben war. Auch für die Veste Heldburg sei die Wende und anschließende deutsche Einheit ein Glücksfall gewesen. Diese werde gelebt und die Initiative Rodachtal e. V. würde sie in die Zukunft tragen. Vor der Wende seien sowohl das Heldburger Unterland als auch das bayerische Zonenrandgebiet von der Entwicklung abgeschnitten gewesen. Heute würden sowohl Thüringen als auch Bayern die Initiative Rodachtal e. V. unterstützen, welche in zehn Jahren auf viele gute Projekte verweisen könne.
Bürgermeisterin Anita Schwarz erklärte, die Veste Heldburg sei ein weit sichtbares Zeichen der deutschen Wiedervereinigung und wäre ohne sie völlig zerfallen. Mit dem Ausbau zum Deutschen Burgenmuseum wären die Weichen für die Zukunft gestellt, das käme einem „Sechser im Lotto“ gleich.
Mit einer musikalischen Darbietung wurde er Festakt beendet.

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