(bwp) - Viele Eigenheimbesitzer, die sich über steigende Öl- und Gaspreise ärgern und über eine Modernisierung ihrer Heizungsanlage nachdenken, möchten auf alternative Energien setzen. Eine zukunftsweisende Möglichkeit stellt dabei die Nutzung von Umgebungswärme mittels einer Wärmepumpe dar, mit der die Energiekosten langfristig gesenkt werden können.
Anfang 2011 sorgten in Deutschland bereits mehr als 380.000 Wärmepumpen für behagliche Wärme und warmes Wasser. Jedes Jahr kommen mehr als 50.000 neue Anlagen hinzu. Die Voraussetzungen für den Einbau sind optimal, weil die heutigen hohen Dämmstandards zur Effizienz der mit niedriger Temperatur heizenden Wärmepumpe beitragen. „Im Bereich der regenerativen Heizungsanlagen ist die Wärmepumpe längst eine bewährte Heiztechnik", so Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) e. V.
Auch Familie Kohlstrung aus Brandenburg an der Havel heizt ihren Neubau seit 2010 mit einer Wärmepumpe. „Wir denken umweltbewusst, gerade beim Heizen. Deshalb haben wir uns für eine Wärmepumpe entschieden. Sie ist energie- und kosteneffizient, platzsparend, wartungsarm und lässt sich kinderleicht bedienen", schwärmt die Brandenburger Familie.
Hinsichtlich Leistung und Komfort haben Wärmepumpen längst den Wirkungsgrad fossiler Heizungssysteme überschritten. Der entscheidende Vorteil der Wärmepumpe gegenüber herkömmlichen Gas- und Ölbrennwertheizungen ist, dass sie kostenlose Energie aus der Natur nutzt und diese in Heizenergie umwandelt.
Das Prinzip der Wärmepumpe lässt sich mit dem eines Kühlschranks vergleichen – jedoch mit der Zielsetzung zu heizen, statt zu kühlen. Die Wärmepumpe entzieht der Umwelt Wärme, die im Grundwasser, im Erdreich oder in der Luft gespeichert ist. In einem Rohrsystem zirkuliert ein Kältemittel mit sehr niedrigem Siedepunkt, das durch die genutzte Umweltwärme verdampft. Das entstehende Gas wird mittels elektrischen Stroms als Antriebsenergie verdichtet, was wiederum den Druck und damit auch die Temperatur erhöht. So wird die Erd-, Luft- oder Grundwasserwärme mit minimalem Energieeinsatz auf ein höheres Temperaturniveau angehoben, selbst im Winter bei klirrender Kälte.
Je effizienter eine Wärmepumpe arbeitet, desto weniger Antriebsstrom benötigt sie – damit steigt ihr Nutzen für die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Die Leistungskennzahl der Wärmepumpe (JAZ) dient als Effizienzmerkmal. So werden bei einer JAZ von 4,0 oder höher mit nur 25 Prozent Antriebsenergie 100 Prozent Heizenergie erzeugt.
Entsprechend der genutzten Energiequelle finden Verbraucher auf dem Heizungsmarkt verschiedene Wärmepumpenarten. Die Wasser-Wärmepumpe bezieht die Umweltenergie mit Hilfe eines Schluck- und eines Saugbrunnens aus dem Grundwasser, die Sole- Wärmepumpe mittels Flächenkollektoren oder Erdsonden aus dem Erdreich und die Luft- Wärmepumpe direkt aus der Umgebungsluft. Nicht jede Wärmepumpenart eignet sich für jedes Haus. Wärmepumpen arbeiten dann am effektivsten, wenn sie genau an das Gebäude angepasst sind. Daher sollte man sich bei der Wärmepumpen-Auswahl von einem Fachmann umfassend beraten lassen.
Durch die Nutzung kostenloser Umweltenergie wird nicht nur bares Geld, sondern auch eine erhebliche Menge Kohlenstoffdioxid (CO2) eingespart – und das schont das Klima. Laut einer Prognose der TU München von 2009 wird die Einspar-Bilanz immer besser werden: Zukünftig sollen rund zwei Drittel der CO2-Emissionen eines modernen Gas-Brennwertgeräts mit einer Wärmepumpe vermieden werden können. „Wer schon heute in eine Wärmepumpe investiert, schont langfristig seinen Geldbeutel, erhöht den Verkaufswert seines Hauses und tut gleichzeitig noch etwas für den Klimaschutz", so Karl-Heinz Stawiarski. Aus diesem Grund gibt es für Bauherren die Möglichkeit, sich den Einbau einer Wärmepumpe im eigenen Haus fördern zu lassen. Zuschüsse von staatlicher Seite gewährt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), zudem werden durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite vergeben. Daneben kommen auch Förderungen der einzelnen Bundesländer und kommunale Förderungen in Betracht. Auch unterstützen manche Stromanbieter den Einbau von Wärmepumpen mit eigenen Zuschüssen.
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