Internationales Frauenseminar

Gemeinsam Zusammenleben gestalten

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Die Teilnehmerinnen des Seminar auf der Hegge.

© Foto: Die Hegge

Willebadessen (wrs) - Internationale Seminare sind schon fast Tradition auf der Hegge. 2016 begonnen als Seminare für Geflüchtete und Menschen, die Geflüchtete begleiten, sind die Seminare für Menschen aus allen Nationen offen, die an einem ehrlichen Dialog interessiert sind. Auch in Coronazeiten sollte dieses möglich sein, wenn auch unter strengen hygienischen Auflagen.
Am ersten Abend wurde analysiert, was die einzelnen Frauen bereits erreicht haben und es wurden Gesprächsthemen gesammelt. Dabei wurde genannt: Methoden der Zielerreichung, Kulturaustausch, Rassismus, Arbeitsmarkt, Einstieg in die Gesellschaft durch ehrenamtliches Engagement und Integration als Herausforderung für beide Seiten.
Am Samstagvormittag wurde in Kleingruppen diskutiert, was wir voneinander und miteinander lernen können. Stichworte waren z.B. Risikobereitschaft, Durchhaltevermögen, Familienzusammenhalt, Gastfreundschaft, Großzügigkeit, Flexibilität (Deutsche von Zugewanderten) sowie Pünktlichkeit, Gründlichkeit, Planung und Organisation, Verlässlichkeit und Respektierung von Gesetzen und Regeln (Zugewanderte von Deutschen).
Am Nachmittag gab es drei Themengruppen (Religion, Freundschaft und Kontakte sowie Erziehung). Hier fand ein sehr offener vertrauensvoller Austausch statt, der auch dem geschützten Rahmen auf der Hegge zu verdanken ist. Wann hat man schon mal Gelegenheit, sich mit Frauen verschiedener Glaubensrichtungen auszutauschen und auch ganz praktische Fragen zu Riten und Überzeugungen zu stellen? Am Abend wurde in die Märchen aus 1001 Nacht und in die Grimm Kinder- und Hausmärchen eingeführt und jeweils eine Geschichte vorgelesen. Eine syrische Teilnehmerin steuerte eine selbstgeschriebene Geschichte bei.
Der Sonntag war der eigenen Persönlichkeit gewidmet. Nach einer Einführung in ein Farbenmodell, ordneten sich alle Teilnehmerinnen einer Farbe zu. Deren Bedeutung wurde erläutert und schließlich in Einzel- und Gruppenarbeit weiter mit dem Modell gearbeitet und dabei auch die persönlichen Ziele der Einzelnen erarbeitet und später im Plenum vorgestellt. Dabei reichten die Ziele von stark werden und Mut haben, über eine gute Stelle finden bis hin zu guten Kontakten in der Familie und zu Freunden ausbauen. Jede Frau wurde ermutigt, ihr Ziel zu verfolgen und dieses auch zu erreichen. Es nahmen Frauen aus Syrien, Eritrea, Sri Lanka, den Philippinen, Madagaskar und Deutschland teil. Sie gehörten drei Weltreligionen (Hinduismus, Christentum und Islam) sowie drei Konfessionen (katholisch, protestantisch und orthodox) an. Das Seminar war von Anfang an durch eine sehr wohlwollende Atmosphäre geprägt, in der alle mit großer Bereitschaft für den respektvollen und offenen Austausch dabei waren. Durch die häufige Kleingruppenarbeit konnten die Frauen ihre eigenen Gedanken und Überlegungen gut äußern. Die Teilnehmerinnen wurden gestärkt, ihren eigenen Weg zielstrebig zu gehen, sich weiterzubilden und gemeinsam mit anderen im Dialog zu bleiben. Finanziell unterstützt wurde das Seminar vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und durch den Flüchtlingsfonds des Erzbistums Paderborn.

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