Vortrag VHS-Forum

Heimat hat viele Facetten

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V.l.) Hubertus Grimm Bürgermeister (Beverungen) und Verbandsvorsitzender, Nikolas Aich, Bürgermeister (Borgentreich), Andreas Niggemann, 1. Beigeordneter Warburg, Redner Wilhelm Schmid, Norbert Hofnagel, Bürgermeister (Willebadessen) und Ulrich Wille stellvertretender Leiter der VHS.

© Foto: Seidenstücker

Von Inge Seidenstücker

Willebadessen – Zu einem Vortrag „Heimat finden. Vom Leben in einer ungewissen Welt“ hatte der VHS-Zweckverband Diemel-Egge-Weser in die historische Ackerscheune im Klosterhof Willebadessen eingeladen. Für diesen Vortrag wurde Wilhelm Schmid als Referent gewonnen. Der Philosoph und Autor mehrerer Publikationen referierte zum Thema Heimat, zu dem er erst in diesem Jahr das Buch mit dem Titel des Vortrags veröffentlichte.
Gerade in Zeiten der Pandemie, in denen der Mensch wieder mehr an Heimat gebunden sei, sei das Thema verstärkt in den Fokus gerückt. „Heimat ist nicht nur ein Ort, sagte er“. Heimat ist dort, wo man wiedererkannt wird. So finde man Heimat auch in Beziehungen. Heimat stehe für Gewissheit, Beständigkeit, sie gibt Sinn und Selbstvertrauen sowie Selbstverständlichkeit. „Heimat ist die Antwort auf Sehnsucht“, beschreibt Schmid in seinen Ausführungen. Wie für den Bergsteiger das Basislager um von dort aus Erkundungen zu unternehmen, sei die Heimat das Basislager des Lebens. Heimat - das ist Vertrautheit und Geborgenheit. Aktuell erfahre die Zuwanderung im ländlichen Raum eine Renaissance, was die Sehnsucht nach Heimat verdeutliche.

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Die Vielfältigkeit des Heimatgefühls zeigte Philosoph und Autor Wilhelm Schmid bei seinem Vortrag auf.

 

© Foto: Seidenstücker

„Es ist gut mehrere Heimaten zu haben“, betonte er. Heimat ist wie ein Mosaik aus Haupt- und Nebenheimaten. Den Zauber der Kindheit, der ein Leben lang wirkt machte er an seinem eigenen Lebenslauf deutlich. „So ist man nie heimatlos“, betonte Schmid. Auch Sprache und Kultur kann Heimat sein. „Letztendlich ist Heimat das, was uns nicht egal ist, gab er an und wenn man sich bewusst ist, was Heimat ist, kann man diese auch pflegen“. Als ein soziales Immunsystem bezeichnete Schmid Heimat, besonders durch zuverlässige Beziehungen. Deshalb sieht er in virtuellen Beziehungen ein Problem. „Bei sich selbst zuhause zu sein, gibt auch dem Partner Heimat“, betonte er.

Locker und für jeden nachvollziehbar konnte Schmid mit seinem Vortrag die Zuhörer auf die Spur der eigenen Heimat bringen.
Einmal mehr hatte der VHS-Zweckverband zu einem interessanten Vortrag mit prominentem Redner eingeladen und ein Thema getroffen, welches die Zuhörer zum Nachdenken animierte und nicht unberührt ließ.

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