Grüne: Keine Salzpipeline in die Oberweser


Bild anzeigen

Wenden sich gegen eine Salzpipeline in die Oberweser: Vertreter von bündnis 90/ die Grünen in Lauenförde, boffzen und Holzminden (von links) Uwe Uecker (Kreisvorstandssprecher Holzminden), Landtagsabgeordneter Christian Meyer, Gerd Henke, Erich Gauding und Jan Schametat.

© privat

Lauenförde (oz) - Entschieden gegen eine Salzpipeline in die Oberweser zwischen Bad Karlshafen und Beverungen haben sich jetzt die Grünen im Landkreis Holzminden ausgesprochen. Bei einer von zahlreichen Kommunalpolitikern, Anglern und Interessierten besuchten Informationsveranstaltung im Lauenförder Yachthafen sagte Christian Meyer, naturschutzpolitischer Sprecher der Grünen Landtagsfraktion in Hannover: „14 Millionen Kubikmeter Salzlösung fallen jedes Jahr bei der Kaliförderung von Kali und Salz (K+S) im Einzugsgebiet von Fulda und Werra an. Die Hälfte davon wird in die Werra gekippt, der Rest in den Untergrund gepresst. Kein Fluss in Mitteleuropa hat ein so hohe Salzkonzentration wie Werra und Weser." Schuld daran ist ein für die Werra genehmigter Grenzwert von 2500 Milligramm Salz pro Liter aus dem Kriegsjahr 1942.
„Für die Anrainer in den Kreisen Höxter und Holzminden ist es egal, ob die sieben Millionen Kubikmeter Salzlösung in die Werra oder bei Würgassen in die Weser gekippt werden. Beide Lösungen sind gleich schlecht", sagte Christian Schneider vom Büro am Fluss. Entscheidend sei, was die Genehmigungsbehörden in Hessen machten, wenn im November 2011 die Genehmigung für die Verpressung ausläuft und ein Jahr später die Einleitungsgenehmigung und die Festsetzung des Chloridwertes neu entschieden wird, sagte Schneider.
Nachdrücklich fordern die Grünen die Landesregierungen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf, gegen die geplante Salzpipeline in die Oberweser Stellung zu beziehen. „Die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf und Schwarz-Gelb in Hannover sollten alles daran setzen, dass die Weser nicht der Salzwasserkanal bleibt", sagt Gerd Henke von den Lauenförder Grünen. „Gerade bei Niedrigwasser, wie wir es in diesem Frühsommer wieder erleben, wirken sich die hohen Chloridgehalte verheerend für die Flussfauna aus." Eine Einschätzung, die auch von Anglern bestätigt wird.
Eine Lösung des Problems könnte eine durchgehende Salzpipeline von den Kaligruben in Hessen und Thüringen bis zur Nordsee sein. Doch die werde von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) abgelehnt, erinnerte Christian Meyer an die unverständliche Blockadehaltung Sanders. Denn für die Nordsee seien diese Salzmengen kein Problem. Dabei, so Meyer, hätten von Hann. Münden bis Hameln fast alle Weseranrainer-Kommunen für die Nordseepipeline plädiert. Die Haltung Niedersachsens werde sich vermutlich erst nach der Landtagswahl 2013 ändern, sagte Meyer. „Aber bis dahin sollten Umwelt- und Fischereiverbände sowie alle Angelvereine weiter für die Befreiung der Weser von Salz, Schwermetallen und anderen gefährlichen Frachten kämpfen", erklärte Gerd Henke. „Unser Fluss muss endlich in die Gewässergüteklasse 2 eingestuft werden."

Bewerten Sie diesen Artikel

0.0
0,0 (0 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile