Arnstadt (ke) - Zwischen 45 und 48 Einrichtungen, Unternehmen oder Institutionen besuchte Arnstadts Bürgermeister Hans-Christian Köllmer pro Dienstjahr. Trotzdem sind seit dem letzten Besuch in der Pro Seniore Residenz schon sechs Jahre vergangen. „Seitdem hat sich hier offenbar wieder einiges getan“, äußerte er sich am Mittwoch über seinen ersten Eindruck.
Georg Bräutigam, Horst Höhne und Benno Kaufhold (v.r.n.l.) beteiligten sich spontan am Sportprogramm der Senioren.
© Foto: Kerstin EngelmannIn der Pro Seniore Residenz am Dornheimer Berg werden momentan 130 Senioren von insgesamt 107 Pflege- und Betreuungskräften umsorgt. Damit sei das Haus bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet, bestätigt Leiterin Nadine Lopuszanski. Die Bewohner der Einrichtung kommen zum größten Teil aus dem Ilm-Kreis. Einige wenige habe aber auch die Nähe zu den Angehörigen aus größerer Entfernung nach Arnstadt gelockt, so Residenzberaterin Gabriele Imme. Der Schwerpunkt im Haus liegt auf der Betreuung dementer Bewohner. Je nach Mobilität und Schweregrad der Demenz werden sie in Wohngruppen betreut und bestmöglich gefördert. Ganz neu sei die „Pflege-Oase“ im Haus, erzählt Nadine Lopuszanski vor dem Hausrundgang: „Hier können die dementen Bewohner jetzt auch bei Bettlägerigkeit weiter in einer Wohngruppe betreut und dank der Zusammenarbeit mit dem Hospizdienst sogar palliativ versorgt werden.“
Als Überbrückungsangebot für pflegende Angehörige, die für ihre an Demenz erkrankten, aber noch mobilen Familienangehörigen auf einen Platz in einer passenden Einrichtung warten, bietet die Pro Seniore Residenz eine Tagesbetreuung an. Zweimal pro Woche sind hier die Senioren gut aufgehoben und betreut, während die Familienangehörigen ein paar Stunden Zeit für sich gewinnen können.
Über den zukünftigen Bedarf an Betten in Altenpflegeeinrichtungen macht sich Nadine Lopuszanski keine Gedanken: „Es könnten hier durchaus noch einige Einrichtungen eröffnen. Aber der Mangel an Pflegefachkräften wird dann zu einem noch größeren Problem.“ Momentan werden in der Einrichtung 15 Pflegekräfte ausgebildet, um das eigene Personal langfristig zu sichern. Dazu kommen zehn Praktikanten, die gerade ihre Eignung für den Pflegeberuf testen. Es sei nicht leicht, in den Schulen für die Pflegeberufe zu werben, so die Residenzleiterin. Und die Nähe zum Erfurter Kreuz erschwere die Nachwuchsgewinnung im Pflegebereich zusätzlich. „Aber wir haben einen guten Ruf und bekommen daher immer noch Bewerbungen“, freut sie sich.
Wie sich die mobilen Senioren fit halten, konnten Arnstadts Bürgermeister, sein ehrenamtlicher Beigeordneter Horst Höhne, Vertreter des Stadtmarketings und nicht zuletzt Landrat Benno Kaufhold beim „Rollstuhlsport“ selbst miterleben und auch ausprobieren.
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